Wahlumfragen: Man nehme einen Kaffeesatz

Stephan Frey
Stephan Frey
4 min Lesezeit

Wahl 2013-Umfragen: Man nehme einen Kaffeesatz – Wenige Tage vor der Bundestagswahl überschlagen sich die Umfrageinstitute mit ihren Erhebungen.

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Getreu dem Motto “Trau keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“ wird mal das ein oder andere statistische Verfahren für die Umfrage verwendet.

FDP auf der Kippe

Je nach Auftraggeber der Umfrage hat das eine oder das andere politische Lager die Nase vorn. So sieht beispielsweise die Forschungsgruppe Wahlen im aktuellen ZDF-Politbarometer CDU/CSU und FDP einen Prozentpunkt vor der Opposition. Das Meinungsforschungsinstitut Forsa sieht stattdessen eine Pattsituation zwischen beiden politischen Lagern.

Einig sind sich sämtlicher Umfrageinstitute lediglich in einem Punkt. Für die FDP geht es in der Tat ums “Ganze.“ Während das ZDF-Politbarometer die FDP bei 5,5 Prozent sieht, taxiert Forsa die FDP um die fünf Prozent.

Aufgrund der statistischen Fehlertoleranz könnte die FDP im zukünftigen Bundestag auch überhaupt nicht mehr vertreten sein.

SPD legt zu

Während die Forschungsgruppe Wahlen die SPD bei 27 Prozent sieht, gibt Forsa den Sozialdemokraten einen Prozentpunkt weniger.

Die Grünen hingegen können bei Forsa trotz der Pädophilie-Affäre einen Prozentpunkt hinzugewinnen und landen bei 10 Prozent.

Die Forschungsgruppe Wahlen hingegen sieht ein Minus von zwei Prozentpunkten bei den Grünen und gibt der Partei lediglich neun Prozent.

AfD verpasst laut Umfrage Einzug in den Bundestag

Die Linke landet bei der Forschungsgruppe Wahlen bei 8,5 Prozent und bei Forsa bei neun Prozent. Einig sind sich bei der Umfrageinstitute hinsichtlich der “Alternative für Deutschland“ (AfD).

Demnach verpasste die Partei den Einzug in den Bundestag mit vier Prozent. Allerdings ist auch hier die Fehlertoleranz für eine mögliche Überraschung gut.

Die Piraten indes werden trotz der NSA- Affäre lediglich bei zwei Prozent gesehen. Andere Umfrageinstitute sehen die FDP teilweise bei vier Prozent oder bei sechs Prozent, die AfD bei fünf Prozent und die SPD bei 28 Prozent, die Union bei 38 Prozent und die Grünen bei acht Prozent.

Wahlumfragen als Instrument der öffentlichen Meinungsmache?

Genaugenommen erinnern die Umfragen eher an Kaffeesatzleserei als an ein sinnvolles Instrument zur Darlegung des derzeitigen politischen Meinungsspektrums.

Stattdessen scheinen die Umfragen immer mehr zum Wahlkampfinstrument zu verkommen. Letztlich gilt lediglich, wer nicht wählt, lässt andere über sich bestimmen.

Vom Wahlrecht Gebrauch machen

Selbst wer über die politischen Verhältnisse derart unzufrieden ist, dass dieser am liebsten überhaupt nicht mehr wählen würde, sollte sich vor Augen halten, dass bei einem möglichen politischen Wechsel zumindest die eigene Situation in Ansätzen verbessert werden könnte.

Andererseits gilt, dass wer möchte, dass die politischen Zustände so bleiben wie sie sind, ebenfalls zur Wahl gehen muss.

Schließlich sollte beachtet werden, dass für den Kampf für Demokratie Menschen ihr Leben ließen. Auch dies sollte Ansporn für den Gang zum Wahllokal sein.

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Bsp. Grafik zum Artikel: Bundestagswahl 2013 / Umfragen (c) cc/nrwspd

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