Ursula von der Leyen: Baby-Boom bei der Bundeswehr?

Stephan Frey
Stephan Frey
3 min Lesezeit

Ursula von der Leyen: Sorgt die Mutter der Kompanie für einen Baby-Boom bei der Bundeswehr? – Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hebt sich bezüglich der Bundeswehr bereits jetzt deutlich von der Amtsführung ihres Vorgängers ab.

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Während der frühere Verteidigungsminister Thomas de Maizière die Truppe kritisierte, weil diese nach Anerkennung gieren würde, setzt sich seine Nachfolgerin insbesondere für die Rechte der Soldaten ein.

Verteidigungsministerin: Bundeswehr soll bester Arbeitgeber in Deutschland werden

So will von der Leyen, dass die Bundeswehr zum besten Arbeitgeber in Deutschland wird. Der Bericht des Wehrbeauftragten im Bundestag für das Jahr 2012 nutze Ursula von der Leyen als eine willkommene Gelegenheit, erstmals in ihrem neuen Amt vor dem Bundestag zu treten.

In der „Bild am Sonntag“ verkündete von der Leyen, dass eines der vordringlichen Ziele für die kommende Legislaturperiode die „Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der Bundeswehr“ sei. Zudem will die Bundesverteidigungsministerin, dass „die Bundeswehr zu einem der attraktivsten Arbeitgeber in Deutschland“ werde.

So schlägt sie vor, dass Soldaten auch Lebensarbeitszeitkonten einrichten können sollten und in Teilzeit der Truppe zur Verfügung stehen sollten. Zudem möchte sie, dass Kindertagesstätten an Kasernen angegliedert werden, damit der Nachwuchs der Soldaten während der Verrichtung des Dienstes untergebracht sei.

Kita an Kasernen angliedern?

Um die Ministerin nicht zu brüskieren, unterstützen nahezu alle Redner im Plenum die Vorhaben von der Leyens. Insbesondere die Finanzierung einer Teilzeitarmee und die Einrichtung von Kindertagesstätten sollten nach Angaben zahlreicher Bundestagsabgeordneten aber unter Vorbehalt gestellt werden.

Die Ministerin indes will das Geld hierfür aus dem Verteidigungsetat beziehen. Während von der Leyen als Verteidigungsministerin eher in ihr altes Ministerium (Familienministerium) zurückfällt, dürften sich die Soldaten über die völlig anderen Töne ihrer obersten Dienstherrin freuen.

Ist doch bei den Soldaten eine ständige Dienstbereitschaft ebenso angesagt wie ein häufiger Wohnortwechsel infolge von Versetzung.

Baby-Boom bei Verzicht auf Auslandseinsatz?

Das neue Teilzeitmodell könnte die Bundeswehr in der Tat für Familien attraktiver machen. Allerdings dürfte auch eine angegliederte Kindertagesstätte an einer Kaserne den Tod eines Soldaten bei einem Einsatz in einem Krisenland nicht wettmachen. Im Gegenteil!

So besteht die Gefahr, dass Kinder ihre Väter oder Mütter genommen werden. Deshalb sollte zudem gelten, dass Soldaten und Soldatinnen mit Kindern keine Auslandseinsätze ableisten müssen.

Dies wiederum würde garantiert auch einen ungeahnten Kinderboom innerhalb der Bundeswehr bewirken. Das wiederum würde auch dem demographischen Faktor in Deutschland insgesamt positiv zu Gesicht stehen.

Insofern könnte am Ende die Bundeswehr ihren eigenen Nachwuchs sogar selbst rekrutieren. Die Politik macht es möglich.

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Bsp. Grafik: Ursula von der Leyen / Bundeswehr / Verteidigungsministerin (c) oecd

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