Unwort des Jahres lautet Sozialtourismus

Stephan Frey
Stephan Frey
3 min Lesezeit

Unwort des Jahres 2013: Sozialtourismus prangert Armutseinwanderung an – Das Unwort des Jahres in Deutschland lautet “Sozialtourismus“. Dies gab die Jury am Dienstagmorgen in Darmstadt nach einer Auswertung der Liste bekannt.

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Der Begriff wurde insbesondere von Politikern der CSU, aber auch von den Medien aufgegriffen, die damit Stimmung gegen Zuwanderer an aus Osteuropa gemacht haben.

CSU brüskiert Einwanderer aus Rumänien und Bulgarien mit eienm weiteren Unwort des Jahres

Einen ähnlichen Begriff benutzte ebenfalls die CSU mit dem Begriff „Armutszuwanderung.“

Damit bezeichnet die bayerische Unionsschwester gering qualifizierte Migranten, die lediglich nach Deutschland kommen, um Sozialleistungen in Anspruch zu nehmen.

Das Unwort des Jahres 2013 „Sozialtourismus“ wurde auch vom nordrhein-westfälischen Städte-und Gemeindebund benutzt.

CSU: Stimmenfang auf Kosten von EU-Bürgern

Damit hat die Jury durch ihre Entscheidung auch die Polemik auf Kosten der Betroffenen im bayerischen Wahlkampf offenbart.

Letztlich ging es der CSU darum, auf Stimmenfang zu gehen, und gleichzeitig Stimmung gegen EU-Bürger aus Bulgarien und Rumänien zu machen.

Zahlreiche Begriffe galten als Top-Favorit

Insofern hat die Jury mit dem Begriff „Sozialtourismus“ eine sehr treffende Wahl bewiesen. Zu den häufigsten Einsendungen für die Liste des Unwort des Jahres 2013 zählten unter anderem die Worte „Supergrundrecht“, „Ausschließeritis“, „Homo-Ehe“, sowie “ Armutseinwanderung.“

Im Jahr 2012 war das Unwort des Jahres „Opfer-Abo“ und im Jahr 2011 „Döner-Morde“. Insgesamt bilden vier Sprachwissenschaftler und ein Journalist die Jury. Dazu wird jedes Jahr abwechselnd ein zusätzliches Mitglied aus dem Kultur-und Medienbereich ausgewählt.

Diesmal gehörte der Schriftsteller Ingo Schulze dazu. Zum Unwort wird ein Wort, indem es gegen Prinzipien der Demokratie oder der Menschenwürde verstößt. Dies gilt insbesondere dann, wenn es Menschen diskriminiert.

Börsen-Unwort des Jahres: „Billiges Geld“

Daneben gibt es ein Unwort des Jahres aus dem Bereich der Börsen. Dieses lautet für das Jahr 2013 „Billiges Geld“. Zur Jury zählen Makler, Analysten und Wertpapierhändler der Düsseldorfer Börse.

Der Begriff bezeichnet ein marktpolitisches Konzept mit exzessivem konjunkturpolitischen Charakter.

Dabei erhöhen die Notenbanken die Leitzinsen und erhöhen gleichzeitig die Geldmenge.

Leidtragende einer derartigen Geldmarktpolitik sind kleine Sparer, die kaum noch Zinsen für ihr Geld erhalten.

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Bsp. Grafik zum Artikel: Unwort des Jahres 2013 / Sozialtourismus / Deutschland (c) cc/Steffen42

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