Türkei Demonstrationen: Proteste nehmen zu – Erdogan in Bedrängnis

Stephan Frey
Stephan Frey
4 min Lesezeit

Proteste in der Türkei 2013: Demonstrationen und enthüllende Nachrichten bringen Erdogan zunehmend in Bedrängnis – Die Proteste in der Türkei nehmen zunehmend an Härte und Deutlichkeit zu.

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Ursprünglich demonstrierten rund 200-300 friedliche Demonstranten im Gezi-Park in Istanbul.

Am Anfang stand ein Park

Ziel der Demonstration war zu verhindern, dass ein Einkaufskomplex an dem Ort gebaut wird, wo heute der Park steht. Der Grüngürtel stellt für viele Einwohner der Stadt ein Naherholungsgebiet dar.

Während die Demonstration sich ursprünglich auf den geplanten Wohnkomplex in dem Park bezog, haben sich die Demonstrationen zunehmend gegen die Politik von Ministerpräsident Erdogan gewandt.

Erdogan provoziert die Bevölkerung

Nicht nur jüngere Demonstranten, sondern auch ältere Personen, aber vor allem viele junge Menschen demonstrieren erstmals in ihrem Leben.

Die Demonstrationen haben mittlerweile nahezu auf das ganze Land übergegriffen, auch in den typischen Ferienregionen des Landes sind erste Demonstrationszüge zu vermelden.

Besonders bösartig stößt nicht nur Landsleuten seit einigen Tagen die arrogante und provozierende Art des Ministerpräsidenten Erdogan auf, sondern auch Politikern aus Europa und Übersee.

Demonstranten fühlen sich in ihrem Handeln bestärkt

Besonders wird aus der Europäischen Gemeinschaft kritisiert, dass die Polizei gegen friedlich demonstrierende Menschen mit unerbittlicher Härte und Gewalt vorgeht. Das Vorgehen der Polizei bewirkt jedoch das Gegenteil.

Statt die Demonstrationen einzudämmen, fühlen sich die Menschen durch das Vorgehen des Staates in ihrem Handeln immer mehr bestätigt. Fast hat es den Anschein, als hätte die “Arabische Revolution“ auf die Türkei übergegriffen.

Auffällig ist zudem, dass außer in der als oppositionelle Zeitung zu bezeichnende „Hürriyet“ in den Medien von den Demonstrationen kaum zu lesen ist. Ähnlich wie in den arabischen Ländern organisieren sich die Demonstranten über soziale Netzwerke im Internet.

Polizei als bedingungsloser Gehilfe des Staates

Besonders wird seitens der Demonstranten kritisiert, dass die Polizisten oftmals als bedingungslose Gehilfen der Regierung agieren.

Kennzeichnend für die Polizei in der Türkei sind eine vielfach schlechte Allgemeinbildung und eine lediglich zweijährige Ausbildung.

Aufgrund der schlechten Bildungslage erwächst in der Polizei kaum Kritikfähigkeit gegen die derzeitige Regierung.

Plant Erdogan eine islamistisch geprägte Türkei?

Die Menschen indes wünschen sich nichts sehnlicher als Ruhe und Frieden. Ob sich die Lage in der Türkei in den nächsten Tagen und Wochen beruhigen wird, dürfte nicht zuletzt von der Einflussnahme des Auslands aber auch durch ein mögliches Eingreifen des Militärs abhängen. Es wäre nicht das erste Mal, dass das Militär eingreift, wenn eine türkische Regierung patzt.

Allerdings hat Ministerpräsident Erdogan im Militär zahlreiche Fürsprecher. Dies gilt allein deshalb, weil er das Militär und seine Macht geschickt eingedämmt hatte und ihm genehme Posten durch eigene Leute besetzt hat. Die Bürger kritisieren an der Regierung von Erdogan insbesondere die Tatsache, dass dieser in den Augen der Menschen ein totalitäres islamistisches Regime plant.

Die Türkei ist jedoch bereits in vielerlei Hinsicht derart an den Westen angeglichen, dass eine mögliche Mitgliedschaft in der Europäischen Gemeinschaft nicht umsonst gelegentlich auf der politischen Agenda steht. Dies dürfte auch einer der Gründe sein, warum sich die Menschen in der Türkei nicht einschüchtern lassen.

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Bsp. Grafik zum Artikel: Türkei Demonstrationen / Proteste 2013 (c) cc/World Economic Forum

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