Schadstoffe im Tee: Leberschäden und Krebs möglich

Stephan Frey
Stephan Frey
3 min Lesezeit

Tee gesund oder gefährlich: Bundesinstitut sieht Leberschäden und Krebs möglich, Warnung vor Schadstoffen im Tee – Das Bundesinstitut für Risikobewertung untersuchte den Schadstoffgehalt verschiedener Teesorten.

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Dabei stellte das Institut in vielen Kräutertees größere Mengen von Pyrrolizidinalkaloiden fest.

Schadstoffe auch in Blütenhonig vorhanden

Die spezielle Form der Alkaloide kommt insbesondere in Korbblütlern und Hülsenfrüchten sowie Raublattgewächsen vor.

Zu den Korbblütlern (Asteraceae) gehört unter anderem auch der Löwenzahn. Zu den Pyrrolizidinalkaloiden zählen unter anderen Lycopsamin und Senecionin. Diese Stoffe bilden Pflanzen zum Schutz vor Fraßfeinden.

Was das Institut für Risikobewertung untersucht hat, ist in der Veterinärmedizin nahezu Alltag. Hier kommt es gehäuft vor, dass insbesondere Rinder und anderes Weidevieh die so genannte “Schweinsberger Krankheit“, ausgelöst durch die Pflanzeninhaltsstoffe, bekommen.

Übermäßiger Teegenuss sollte vermieden werden

Zudem lassen sich die Stoffe in Blütenhonig nachweisen. Das Institut für Risikobewertung fordert deshalb bereits seit längerem eine Nullgrenze für die für den Menschen ebenfalls gefährlichen Stoffe.

Maximal empfiehlt es ein Mikrogramm pro Tag, bei einer Anwendung bis zu sechs Wochen. Darüber empfiehlt das Institut lediglich 0,1 Mikrogramm pro Tag.

Werte in Proben weichen zum Teil deutlich ab

Bei Menschen können die Inhaltsstoffe der Pflanzen zu Tumoren und Leberschädigungen führen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) untersuchte insgesamt 221 Teeproben aus deutschen Supermärkten.

Darunter befand sich unter anderem auch Babyfencheltee, Kamillentee, Kräutertee, Pfefferminztee, Brennnesseltee, Melissentee und normaler Fencheltee.

Wie Professor Andreas Hensel, Präsident des BfR, mitteilt, wurden in einigen Teeproben besonders hohe Gehalte an Pyrrolizidinalkaloiden festgestellt.

Hierbei ist jedoch nicht genau klar, ob es sich dabei um Verunreinigungen oder um einen bloßen Zufallsfund handelt. Besonders auffällig ist nämlich, dass die Werte teilweise gravierend voneinander abweichen.

Schwarztee: Keiner ohne Schadstoffe | Stiftung Warentest

Tee als Phytotherapeutika

Wie das Bundesinstitut für Risikobewertung weiter mitteilt, sollte der Genuss von fünf Teebeuteln pro Tag nicht überschritten werden.

Die gefundenen Schadstoffe sind jedoch anders als bei anderen Untersuchungen nicht menschlichen Eingriffen geschuldet, sondern eine natürliche Abwehrreaktionen der Pflanzen, um sich vor Fraßfeinden zu schützen.

Insofern darf das Ergebnis auch nicht als zu gravierend überinterpretiert werden. Grundsätzlich gilt, dass Tee in Maßen genossen durchaus gesundheitsfördernde Wirkung haben kann. Es sollte daher der Rat beherzigt werden, dass zu viel wie so oft schädlich ist.

Gut dosiert eingesetzt, kann Tee durchaus als Mittel der Phytotherapie zum Teil sogar bessere und nebenwirkungsfreiere Ergebnisse erzielen, als schulmedizinische Mittel der pharmazeutischen Industrie.

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Bsp. Grafik zum Artikel: Schadstoffe Tee / Leberschäden Krebs / Bundesinstitut (c) cc/Thomas

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