Bahn meldet Verzögerungen: Aus Stuttgart 21 wird Stuttgart 22

Stephan Frey
Stephan Frey
3 min Lesezeit

Bahn meldet aktuell Verzögerungen im Juli 2013: Aus Stuttgart 21 wird Stuttgart 22 – Das umstrittene Bahn-Projekt Stuttgart 21 wird offenbar später fertig, als geplant.

Stuttgart-21-22-Kosten  Projekt-aktuell 2013

Wie die Bahn mitteilt, wird sich der Bau offenbar bis zum Jahr 2022 verzögern.

Bahn hat für Verzögerung 100 Millionen Euro einkalkuliert

Auffällig ist dabei, dass sich sowohl die Stadt Stuttgart als auch das Land Baden-Württemberg wie auch die Bahn selbst sich gegenseitig den Schwarzen Peter für die Verzögerung zuschieben. Wie Volker Kefer, Infrastrukturvorstand der Bahn mitteilt, wird das Projekt Stuttgart 21 mit rund 80-prozentiger Wahrscheinlichkeit erst im Jahr 2022 fertig gestellt.

Es bestünde sogar eine etwa 40-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass erste Züge sogar erst im darauf folgenden Jahr, also im Jahr 2023 in dem unterirdischen Bahnhof fahren werden. Die Bahn hat für die Verzögerung rund 100 Millionen Euro einkalkuliert.

Als Grund für die Verzögerungen gilt ein Genehmigungsverfahren, welches die Anbindung des Stuttgarter Flughafens an den so genannten Fildertunnel sowie die Schnellbahnstrecke nach Ulm in der Konsequenz gewährleisten soll.

Stadt, Land und Bahn schieben sich gegenseitig die Schuld zu

Bereits seit dem Jahr 2002 versucht die Bahn ein diesbezügliches Planfeststellungsverfahren zu initiieren. Das Eisenbahnbundesamt hat mit den Planungen in der Angelegenheit jedoch offenbar nicht einmal begonnen.

Wie der Verkehrsminister von Baden-Württemberg, Winfried Hermann (Grüne) mitteilt, würde das Land auf Klagen der Bahn entsprechend reagieren.

Der Oberbürgermeister von Stuttgart, Fritz Kuhn, ebenfalls Mitglied der Grünen, betont derweil, dass die Stadt ihrer Verantwortung nachkomme und sich nicht gegen das Projekt aussprechen würde.

Derweil teilt Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) mit, dass das Land keine Feststellungsklage gegen die Bahn einreichen werde.

Zahlt der Bahnkunde am Ende durch Preiserhöhungen?

Baden-Württemberg hofft jedoch, dass durch ein Gericht festgestellt wird, dass das Land auch im Falle weiterer Kostensteigerung nicht mehr als die bisher veranschlagten 930 Millionen Euro für das Bahnhofsprojekt beisteuern muss.

Offenbar droht der Bahn dann jedoch ein finanzielles Desaster. Letztlich dürften die zusätzlichen Kosten den Kunden in Form einer erneuten Fahrpreiserhöhung auferlegt werden.

Mittlerweile ist das Bahnprojekt jedoch so weit gediehen, dass es sich auch nicht mehr stoppen lässt, ohne aufgerissene und begonnene Tunnel und zerstörte alte Bahnhofsfassaden zu hinterlassen. „The Point of no Return“ ist insofern bereits überschritten.

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Bsp. Grafik: Stuttgart 21 (c) cc/Michael Panse

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