Siemens: Peter Löscher soll abgelöst werden

Stephan Frey
Stephan Frey
3 min Lesezeit

Siemens: Peter Löscher soll durch Joe Kaeser abgelöst werden – Nachdem der Siemens-Aufsichtsrat in den vergangenen Tagen zu einer Krisensitzung zusammengetreten ist, wurde beschlossen, am 31. Juli 2013 den derzeitigen Vorstandsvorsitzenden Peter Löscher abzulösen.

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Dies soll auf der regulären Aufsichtsratssitzung am Mittwoch erfolgen.

Nachfolger soll Finanzvorstand Joe Kaeser werden

Nachfolger soll der Finanzvorstand von Siemens, Joe Kaeser, werden. Der bisherige Vorstandsvorsitzende Löscher wurde einst als Krisenmanager zu Siemens geholt.

Löscher erarbeitete sich schnell den Ruf eines Vorstandsvorsitzenden, der kriminelle Verstrickungen von Siemens im Rahmen eines Korruptionsskandals für das Unternehmen positiv beendete.

Zweite Gewinnwarnung war für Aufsichtsrat wohl zuviel

Während Löscher damals gefeiert wurde, wuchs im Zuge seiner Amtszeit die Unzufriedenheit mit den wirtschaftlichen Ergebnissen, die Peter Löscher für das Unternehmen erreichen konnte.

Der Unmut gipfelte in einer zweiten Gewinnwarnung, die das Unternehmen vergangenen Donnerstag herausgab.

Kurz nachdem Kaeser als potentieller Nachfolger für den Vorstandsvorsitz von Siemens ins Gespräch gebracht wurde, legte die Aktie von Siemens um rund 1,5 Prozent zu. Bereits Freitag wurde auf eine mögliche Ablösung von Löscher spekuliert.

Verlangt Löscher als Preis für seinen Rückzug die Ablösung Crommes?

Zwischenzeitlich gab es Berichte darüber, dass Peter Löscher das Unternehmen nur verlassen wolle, wenn auch der Aufsichtsratsvorsitzende Gerhard Cromme zurücktritt.

Diese Aussage beruht auf einem Bericht der “Süddeutschen Zeitung“, die Informationen hierzu bezog die Zeitung offenbar aus Unternehmenskreisen. Löscher machte für seine beschlossene Ablösung insbesondere den Aufsichtsratsvorsitzenden Gerhard Cromme verantwortlich.

Der noch-Vorstandsvorsitzende spricht dem Vernehmen nach offenbar sogar von einem Komplott. Gerhard Cromme gilt als Mentor von Peter Löscher.

Cromme holte Löscher 2007 im Rahmen der Korruptionsaffäre rund um Siemens an die Spitze des Unternehmens. Selbst wenn Löscher abgelöst werden sollte, dürfte dies dem Unternehmen teuer zu stehen kommen.

Neun Millionen Euro Abfindung im Gespräch: Ethik oder süßes Leben?

Grundsätzlich läuft der Vertrag des derzeitigen Vorstandschefs nämlich noch bis zum Jahr 2017. Dafür dürften Löscher rund neun Millionen Euro an Abfindungszahlungen zustehen.

Auch wenn die Ablösung von Löscher tatsächlich einem Komplott gleichkommen sollte, so stehen jedoch Arbeitsleistung eines Menschen und die Summe der möglichen Abfindung in keinem Verhältnis zueinander.

Selbst die Bundeskanzlerin steht verglichen mit Löscher als arme Frau dar. Ob Löscher die Abfindung annimmt oder nicht, bleibt abzuwarten. Ethik oder süßes Leben lautet die Devise nun für Peter Löscher.

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Bsp. Grafik: Siemens / Peter Löscher (c) cc/european_patent_office

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