Schottland Referendum: Wahl-Ergebnis: Vernunft siegt vor Herz

Stephan Frey
Stephan Frey
3 min Lesezeit

Schottland Referendum: Knapper Erfolg gegen Unabhängigkeit von Großbritannien, aktuelles Wahl-Ergebnis von 55,3 Prozent – Beim Referendum zur Unabhängigkeit Schottlands im September 2014 hat die Vernunft vor dem Herzen gesiegt.

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55,3 Prozent der Schotten haben sich für einen Verbleib bei Großbritannien ausgesprochen.

David Cameron: Auch übrige Landesteile sollen mehr Mitbestimmung erhalten

Rund 44 Prozent haben sich für die Unabhängigkeit Schottlands entschieden. Kurz nach dem Referendum trat der schottische Ministerpräsident im Alex Salmond zurück. Er hatte das Referendum in die Wege geleitet.

Der britische Premierminister David Cameron zeigte sich nach dem Ergebnis der Abstimmung erleichtert. Der britische Premierminister versprach, dass nun auch die übrigen Teile des britischen Königreichs (Wales und Nordirland sowie England) mehr Selbstbestimmung erhalten sollen.

Edinburgh für Verbleib bei Großbritannien, Glasgow dagegen

Möglicherweise gibt es sogar so etwas wie ein föderales Modell nach deutschem Vorbild. Auch EU-Kommissionspräsident Barroso und Bundeskanzlerin Angela Merkel freuten sich über den Ausgang der Abstimmung.

Während sich die schottische Hauptstadt Edinburgh mit rund 60 Prozent für einen Verbleib bei Großbritannien aussprach, votierte Glasgow mehrheitlich für die Unabhängigkeit. Insgesamt erzielten die Befürworter der Unabhängigkeit 1,6 Millionen Stimmen.

Abstimmung könnte Schotten noch näher zusammenbringen

Nicht nur in Schottland selbst war die Erleichterung groß, sondern auch an den Börsen. Auch Königin Elisabeth II. zeigte sich nach dem Referendum erleichtert und bereitete eine schriftliche Stellungnahme vor.

Die Königin sicherte Schottland dabei für die Zukunft ihre Unterstützung zu. Die Wahlbeteiligung lag bei 84,6 Prozent. Auch wenn die Befürworter einer schottischen Unabhängigkeit die Wahl verloren haben, dürfte das Ergebnis der Abstimmung die Schotten insgesamt noch mehr zusammenbringen.

Denn letztlich hat Schottland gezeigt, dass ein Referendum nach demokratischen Kriterien durchgeführt werden kann und das jede Seite das Ergebnis gleichermaßen akzeptiert.

Separatisten in ganz Europa nun in Panik?

Insofern stellt Schottland so etwas wie ein Paradebeispiel für gelebte und friedliche Demokratie dar. Zugleich dürfte damit den Unabhängigkeitsbestrebungen im Baskenland, in Flandern sowie in Südtirol, Venedig und insgeheim auch in Bayern angesichts des Ausgangs des Referendums der kalte Angstschweiß auf der Stirn stehen.

Ist es doch durchaus möglich, dass in den betroffenen Regionen ebenfalls die Vernunft vor dem Herzen siegt. Insofern hat Schottland zugleich ein Zeichen gegen Kleinstaaterei im 21. Jahrhundert gesetzt.

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Bsp. Bild: Schottland Unabhängigkeit / Referendum Wahl.Ergebnis 2014 (c) cc/jacove

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