Salafisten: Koran für die Ungläubigen – Kostenlose Verteilung wird fortgesetzt

Stephan Frey
Stephan Frey
8 min Lesezeit

Salafisten-Koran sorgt aktuell weiter für Zündstoff: Die islamische Strömung der Salafisten in Deutschland wird die kostenlose Verteilung des Koran an „Ungläubige“ in mehreren Großstädten fortsetzen.

Salafisten-Koran-Verteilung-News

Rund 25 Millionen Exemplare der heiligen islamischen Schrift sollen insgesamt unter das Volk gebracht werden.

Salafisten Koran-Verteilung: Geldgeber im Ausland?

Experten vermuten die Geldgeber der Salafisten Koran-Verteilung derweil im arabischen Ausland, genauer in Saudi-Arabien.

Die Salafisten, gehören zu einer muslimischen Strömung, die sehr rückwärtsgewandt ist und sowohl die demokratische Grundordnung als auch die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau kategorisch ablehnt.

Ibrahim Abou-Nagie: „Christen und Juden sind zur Hölle verdammt“

Zudem werden „Ungläubige“ als zur Hölle verdammte Menschen bezeichnet. So sagt der Initiator der Koran-Verteilaktion, Ibrahim Abou-Nagie, dass „Christen und Juden in die Hölle kommen, wenn sie den Islam nicht annehmen“.

Andere Muslime, die andere Religionen tolerieren, bezeichnet Abou-Nagie als Verräter.

Kennzeichen der Salafisten ist die Vereinfachung von komplizierten Sachverhalten. Auf der Internetseite des Koran-Aktivisten wird zudem bereits durch die Wahl der Domain der Alleinstellungsanspruch offensichtlich.

So wird unter der Domain“ diewahrereligion.de“ der Koran in deutscher Übersetzung online abrufbar.

Ebenso lassen sich dort Exemplare des Korans in deutscher Übersetzung erwerben. Auf der Seite stellt Ibn Yakub, ein salafistischer Prediger, die Sichtweise der Salafisten dar.

So sagt er unter anderem „Was sind die Gründe dafür, dass Ungläubige die Wahrheit nicht anerkennen“? Damit offenbart er zugleich die Sichtweise der Salafisten, nämlich, dass diese den Islam als einzig wahre Religion akzeptieren.

Salafisten sind nicht der Islam

Alle anderen Religionen sind demnach zur Hölle verdammt. Ungeachtet des Bildes, des Islam, den die Salafisten abgeben, ist jedoch zu erwähnen, dass die Salafisten eine Strömung von vielen im Islam sind.

Rechte Populisten werden die Koran-Aktion wohl mit dem Islam insgesamt gleichsetzen.

Deshalb haben bereits im Vorfeld muslimische Verbände in Deutschland klar gemacht, dass die Koran-Aktion nicht für den Islam insgesamt steht, sondern lediglich für eine besonders radikale Strömung des Islam.

Webseite von Abou-Nagie: Cindy und Petra konvertieren live im Videostream

Auf der Webseite von Ibrahim Abou-Nagie werden neben vielen Koranversen auch Beispiele für konvertierte Deutsche angeführt. Da konvertiert eine Nancy ebenso zum Islam wie eine Sabrina oder eine Cindy.

Wer sich die Videos ansieht, erkennt in den Äußerungen der Cindy, der Nancy oder auch der Petra eher den Wunsch nach Halt und Stabilität im Leben, denn nach einer fundamentalen Ideologie.

Zudem bleibt fraglich, ob Cindy, Nancy oder Petra nun auch nach dem Koran leben oder einfach nur konvertiert sind, weil ihnen in einem Augenblick danach war?

Wenn die Salafisten den einzig wahren Gott so ehren würden, dann würden sie ihre Anhänger auch nach der Gnade Gottes auswählen, sprich nach dem wahren Glaubensbekenntnis. Stattdessen gilt hier wohl eher Quantität statt Qualität.

Salafisten: Massenweise Verstöße gegen Regeln des Koran?

Ob Cindy, die vor der Konvertierung womöglich schon mehrere Männer hatte und noch unverheiratet ist und die nach der salafistischen Lehre durch die Annahme des Islam nun auch den Gesetzen der Sharia untergeordnet ist, nun sogleich wieder als für das Höllenfeuer verdammte gilt, müssen die Salafisten selbst beantworten.

Allerdings produzieren diese durch ihre Konvertierungsaktionen fehlerhafte Rückschlüsse im Glauben, die letztlich laut ihrer eigenen Lehre selbst auf sie zurückfällt.

Laut Sure 24:33 gilt wörtlich „Diejenigen, die keine Möglichkeit zum Heiraten finden, sollen keusch bleiben, bis Gott sie durch seine Huld reich macht“.

Insofern verursachen die Salafisten durch ihre Konvertierungsaktionen laufend Verstöße gegen den Koran und seine Regeln.

Salafisten wollen Korane verteilen

Koran: Heilige Schrift in der Hand der „Ungläubigen“

Gleiches gilt für die aktuelle Koran-Verteilung der Salafisten in Deutschland.

Was ist, wenn der Koran bei den „Ungläubigen“ als Buchstütze dient oder lediglich auf den Boden gelegt wird? Was, wenn ein Kind in ihm hinein malt?

Dies gilt als Sünde. Insofern wird eine heilige Schrift in die Hände von vermeintlich Ungläubigen gegeben, das Wort Gottes also quasi dem „ungläubigen Feind“ ausgeliefert. Dieser ist ja noch nicht konvertiert.

Mehrere heilige Schriften: Wünschte Gott religiöse Vielfalt?

Grundsätzlich gilt in Deutschland die Religionsfreiheit. Es ist zu erwähnen, dass die Salafisten zwar radikal in ihrer Gesinnung sind, vielfach eine antiquierte Auslegung des Koran verfolgen und auch demokratische Systeme ablehnen, weil sie ihren hierarchischen Auslegungssystemen des Koran verbunden sind.

Der Verfassungsschutz beobachtet indes die Aktionen der Salafisten mit Argusaugen.

Wer allerdings die Lehre der Salafisten so versteht, wie sie gepredigt werden, sollte zumindest vor körperlicher Gewalt sicher sein.

Denn Ibn Yakub schürt zwar den Hass auf Andersgläubige, er erwähnt aber auch, dass Gott die Andersgläubigen gerecht behandeln soll.

Letztlich stellt sich vielmehr die Frage, warum eine so radikal fundamentalistische islamische Strömung so viele Anhänger findet?

Ist es die Suche nach Halt und Struktur im Leben? Ist es die Frage, woher wir kommen und einst gehen werden?

Neben dem Verfassungsschutz sollten Politik und auch Kirchenvertreter die Frage aufnehmen, wie westliche Werte im Einklang mit den Werten des Morgenlandes zu bekommen sind, ohne dass Salafisten gleich mit den Muslimen insgesamt gleichgesetzt werden.

Gleichzeitig sollte den Salafisten gezeigt werden, dass auch die Ungläubigen die Worte des Koran umsetzen, nämlich vermeintliche Feinde der Demokratie gerecht zu behandeln.

Zudem, wer den Koran ganz liest und die anderen islamischen Strömungen ansieht, erkennt, dass der Islam eine friedliche Religion ist. Der Autor dieser Zeilen ist übrigens Katholik und nach salafistischer Lehre zum Höllenfeuer verdammt.

Allerdings gibt es auch einen christlichen Glauben und auch dieser beansprucht letztlich ein Bekenntnis zum unbedingten Glauben an Gott und insofern einen Alleinstellungsanspruch.

Ob nun Muslime gläubig und Christen ungläubig oder Christen gläubig und Muslime ungläubig sind, sollte daher nicht die Frage sein.

Die Frage lautet vielmehr, gibt es Gott und wenn ja, warum schickt dieser dann mehrere heilige Schriften, die alle behaupten die einzig wahren zu sein?

Dieser Frage sollten alle Religionen in friedlicher Eintracht einmal nachgehen. Vielleicht liegt es daran, dass Gott auch in religiöser Hinsicht Vielfalt wünschte?

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Bsp. Grafik: Salafisten Koran / Kostenlose Verteilung (c) sa

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9 Kommentare
  • Und wieder einmal ein perfektes Beispiel dafür, wenn Menschen die Religion nicht verstanden haben. Keine, abslout keine der Religionen ruft aktiv zum Krieg auf. Auch nicht der Koran – und das verstehen beide Seiten (Islamisten und Islam-Gegner gleichermaßen) immer wieder falsch.

    • Hallo, was hält Ihr von den kostenlosen KORAN Exemplaren, hab gehört, dass viele davon mit Milzbrand und Ebola Virus kontaminiert würden. Es gab bereits alles mögliche, also liebe AUFPASSEN……

  • Originäre Lehre hin oder her: Die Salafisten sind eine radikalislamische Strömung mit einem hohen Maß an Gewaltbereitschaft und deswegen müssen unsere Behörden alles daran setzen die finanziellen Ströme an diese Gruppierungen zu unterbinden! Selbstverständlich dürfen Moslems in Deutschland für ihren Glauben werben. Ich hoffe, dass Christen dies eines Tages auch in islamischen Ländern tun dürfen. Wenn aber radikalislamische Strömungen mit verdeckten Werbeaktionen versuchen Mitglieder (für den heiligen Krieg) zu werben, dann muss sich der Staat dagegen mit aller Entschlossenheit und Konsequenz wehren. Im schlimmsten Fall geht es nämlich um Menschenleben!

  • Unheimlich ist die Tatsache dass dieser „Salafistenkoran“, der auf den Straßen verteilt wird, revidiert, also umgeschrieben wurde, um ganz langsam, in abgemilderte Form, die die Hirne und Herzen der Bevölkerung zu gewinnen. In den Augen der Salafisten heiligt der „heile Zweck“ sicher die Mittel, wie wir andere das sehen steht sicherlich auf einem anderen Blatt.

  • Einfach ausgedrückt: Nehmt diese Demagogen endlich gefangen, ab auf ein Schiff nach Saudi-Arabien. Wir brauchen diese Leute und diese Bücher Nicht! Multi-Kulti-Terroristen gehört nicht nach Europa!

  • Mal ganz locker bleiben….Der Islam gehört doch zu Deutschland, also warum die Aufregung auf einmal… Manchmal frage ich mich wirklich, von was für Knalltüten wir vertreten werden…alleine schon mit dieser Aussage. Diese Entwicklung war doch vorhersehbar. Die ganzen Proteste gegen diese Entwicklung in der Vergangenheit wurden von allen Medien als Populismus und Islamphobie abgetan. Und nun machen alle urplötzlich auf entsetzt…

  • Wer die Kultur Deutschlands nicht mag, der muss ja nicht hier bleiben. Viele Einwanderer verwechseln unsere Toleranz mit Schwäche und nutzen das schamlos aus.
    Würde eine „Deutsche Scharia“ diesem Treiben mit Steinigung drohen, würden diese Islamvertreter umgehend heulend bei Menschenrechtsorganisationen anklopfen.

    • glaubst du wirklich das die muslime angst vom sterben haben weist du die muslime haben viel durchgemacht (palestina, syrien, ägypten, lybien …) die liste ist lang es ist doch natürlich das die muslime in ruhe leben möchten und auch nach ihrer religion aber leider herscht die scharia nicht praktisch! länder wie saudi arabien oder der iran sind im grunde genommen auch nix anderes als eine kapitalistische geselschaft die muslime wollen nur verstanden werden. und mach dir keine sorgen in deutschland wird die sharia nicht eingeführt die menschen wollen erstmal die sharia in ihrer eigenen geselschaft implementieren aber der westen kämpft stark dagegen an. weisst du wenn die sharia in den islamischen ländern wieder eigeführt wird dan werden viele muslime zurück gehen! deshalb streng dich an das die muslime ihre sharia in ihrer heimat implementieren

  • VERTEIL- AKTIONEN VOM QURAN

    Liebe Geschwister im Islam,

    derzeit werde ich von vielen Muslimen zur Koran-Verteilaktion in deutschen Fußgängerzonen befragt.

    Ich erkläre daher hiermit zur Information folgendes:

    Die Brüder möchten zwar mit dieser Aktion dem Islam nicht schaden, aber sie haben einen Fehler gemacht, indem sie eine große Koran-Verteilaktion gestartet haben und dies ohne Weisheit und Zweck. Somit ist dies kein richtiges islamisches Handeln. Marketing-Erfolg ist eine Sache, aber Werbung für den Islam muss auch mit Blick auf die positiven Beispiele in islamischen Handlungsweisen anders aussehen.

    Diese Art der Bekanntmachung bestätige ich nicht, auch wenn es um eine Koranverteilung geht.

    Ohne Zweifel ist der Koran das Buch unseres Herrn.
    So steht in Sura 41, Vers 41/42: „(…) Es ist fürwahr ein wehrhaftes Buch, an das das Falsche weder von vorn noch von hinten herankommt, eine Offenbarung von einem Allweisen und Lobenswürdigen..“

    Dieses Buch ist die Wahrheit, darüber gibt es keine Zweifel bei uns. Und dieses Buch ist auch der Weg wie die Menschheit zur Rechtleitung geführt werden kann.

    Es gibt aber Bedingungen für die Einladung zur Religion des Islam, der Dawaa, und dies beinhaltet sowohl richtiges Wissen als auch richtiges Handeln. Ein massenhaftes Verteilen von deutschen Übersetzungen der ungefähren Bedeutung des Korans gehört für mich eindeutig nicht dazu. Und wenn dies von Teilen der Öffentlichkeit als Provokation wahrgenommen wird, dann ist der angerichtete
    Schaden für alle Muslime offensichtlich und das Projekt somit mehr als kontraproduktiv.

    Durch den Gesandten Muhammad, Friede und Segen auf ihm, haben wir herausragende und vorbildliche Beispiele im friedlichen Austausch und Gespräch mit den Leuten der Schrift, Christen und Juden. Darauf müssen wir aufbauen und nicht mit methodisch falschen und unislamischen Marketingaktionen, ohne weitere Erklärung des Glaubens, provozieren.

    Der Islam legt unter anderem Wert auf drei Sachen im Austausch mit Andersgläubigen: zunächst auf die Weisheit, dann auf die schöne Ermahnung und schließlich auf den guten Umgang. Provokation ist in der Religion verboten, diese führt nur zu Feindseligkeiten und Hass.

    Im Koran heißt es in Sure 29, Vers 46: „Und streitet nicht mit dem Volk der Schrift, es sei denn auf die beste Art und Weise.“ Und weiter heißt es dort: „Und sprecht: „Wir glauben an das, was zu uns herab gesandt wurde und was zu euch herab gesandt wurde, und unser Gott und euer Gott ist Einer, und Ihm sind wir ergeben.“

    Für mich ist der Sachverhalt schon mit diesem Zitat aus dem Koran ganz klar. Die Art und Weise der Verteilaktion widerspricht dem Sinn des Verses und der Weisheit dahinter. Jeder der in der Dawaa tätig werden will, muss Wissen darüber haben wozu er einlädt, muss gutmütig, freundlich, geduldig und barmherzig sein und die Weisheit des Korans nutzen.

    Schließlich sagt Allah im edlen Koran in Sure 2, Vers 256, auch, dass es keinen Zwang in der Religion gibt. Eine der Erklärungen davon ist hierbei auch, dass man während der Dawaa nicht provoziert.

    Im Koran heißt es darüber hinaus in Sure 6, Vers 108: „Und beschimpft nicht diejenigen, die außer Allah anbeten, damit sie nicht in Übertretung ohne Wissen Allah beschimpfen.“ Damit ist auch gemeint, dass wenn man provoziert, andere wiederum Allah beschimpfen und das ist auch uns verboten.

    Daher sage ich als Leiter der Braunschweiger Islamschule ganz deutlich zu den Leuten der KoranVerteilaktion, dass diese Art und Weise der Dawaa nicht die Art
    und Weise des Gesandten Muhammad, Friede sei mit ihm, ist. Und wer sagt, dass
    seine Dawaa besser sei, als die des Gesandten, der begeht wahrlich einen großen
    Fehler.

    Diese Art der Bekanntmachung der Religion des Islam schadet den Muslimen und
    dem Islam und man kann sich dabei auch nicht auf das Vorbild des Gesandten
    Muhammad, Friede und Segen auf ihm, berufen. Ich habe dazu auch mit einer
    Reihe von großen Gelehrten in Saudi-Arabien beraten, bei denen das Verteilprojekt
    in Deutschland ebenfalls Aufmerksamkeit erregt hat, und wir sind in dieser Sache
    einer Meinung. Und Allah weiß es am besten.

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