Studie 2013: Rente mit 69 oder höhere Rentenbeiträge

Stephan Frey
Stephan Frey
3 min Lesezeit

RWI Studie 2013: Rente mit 69 Jahren im Visier – Einer wissenschaftlichen Studie des Reinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) zufolge müssten alle Menschen in Deutschland zukünftig bis 69 arbeiten.

Rente mit 69 Jahren 2013 Nachrichten

Alternativ müssten die Rentenbeiträge deutlich angehoben werden.

Grund für Studienergebnis: Wieder einmal der demographische Wandel

Um die Studie “unter das Volk zu bringen“ schreiben die Autoren, dass sich die Rente mit 69 positiv auf alle Bundesbürger auswirken würde.

Sowohl die zu erwartende Rente als auch die Bestätigung im weiterhin ausgeübten Beruf würden laut der Studie zufolge als positive Effekte hervortreten. Als Begründung für die Rente mit 69 gab das RWI den demographischen Wandel an.

Der Studie zufolge hat die Erwerbsbeteiligung von Personen jenseits der 50 für das zukünftige Rentenniveau und der Höhe der Rentenbeiträge einen deutlichen Einfluss.

Die Studie postuliert eine längere Arbeitsdauer für alle Beschäftigten. Das jedoch in einigen Berufen nahezu grundsätzlich alle Beschäftigten bereits Anfang oder Mitte 50 wegen berufsbedingter körperlicher und psychischer Gebrechen nicht mehr in der Lage sind die Tätigkeit auszuüben, verschweigt die Studie geflissentlich.

Zukünftig Fliesenleger, Krankenschwester und Maurer mit 69 noch tätig?

So gibt es wohl kaum einen Fliesenleger, der die Tätigkeit mit 69 noch ausführt. Auch ein Dachdecker oder Maurer mit 69 dürfte nur schwer vorstellbar sein.

Ebenso ist eine Krankenschwester mit 69 Jahren nur schwer vorstellbar. Insofern bedeutet das Ergebnis der Studie für eine Vielzahl von Berufen nichts anderes als eine faktische Rentenkürzung.

Für Hochschulprofessoren oder Wissenschaftliche Mitarbeiter wie die Verfasser der Studie, mag eine Tätigkeit bis 69 und darüber hinaus durchaus im Bereich des Möglichen sein, gleiches gilt für Beamte und Angestellte in Ministerien und Versicherungsgesellschaften oder Personalabteilungen.

In einer Vielzahl der handwerklichen und körperlich anstrengenden Berufe ist eine Rente mit 69 nahezu unmöglich.

Rente mit 67: Treppenwitz der Politik

Bereits die Rente mit 67 erscheint in diesen Berufen eher als Treppenwitz, denn als der Realität der beruflichen und körperlichen Anforderungen gerecht zu werden.

Insofern sollte die Politik endlich Anreize schaffen, dass der demographische Wandel aufgehalten wird, sprich sie sollte alles dafür tun, dass die Gesellschaft kinderfreundlich wird und insofern auch eine wirtschaftliche Grundlage für alle Bundesbürger schaffen, damit das Kinderkriegen nicht zum finanziellen Risiko im Sinne einer Hartz IV-Falle wird.

Die aktuelle Studie des RWI ist insofern völlig an der Realität vorbei erstellt worden. Dies gilt umso mehr, als dass die Studie vielleicht hätte besser in Zusammenarbeit mit Gewerkschaften oder Arbeitnehmerorganisationen erstellt werden sollen.

Dann wäre die Studie lediglich für bestimmte Berufe als gültig zu benennen gewesen. So aber lässt sich die Studie als realitätsferner Unsinn deklarieren, jenseits jeder wissenschaftlich verwendeten Arbeitsweise.

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Bsp. Grafik: Rente mit 69 Jahren / Rente 2013 (c) cc/garryknight

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