Rente 2030: Altersarmut in Deutschland dank Agenda 2010

Stephan Frey
Stephan Frey
5 min Lesezeit

Weitreichende Altersarmut in Deutschland für Rente 2030 prognostiziert: Die Wirtschaft lobt die Agenda 2010 als gelungenen Umbau des Sozialstaates.

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Die Wirtschaft lobt zugleich, dass bedingt durch die Agenda 2010 die deutsche Wirtschaft wieder in Fahrt gekommen ist.

Altersarmut: Rente auf Sozialhilfeniveau

Während die Unternehmen wieder hohe Gewinne einfahren, muss sich das von der Betriebswirtschaft abfällig als Humankapital bezeichnete Arbeitnehmervolk nach einer Prognose des Bundesarbeitsministeriums ab dem Jahr 2030 mit einer Rente auf Sozialhilfeniveau begnügen.

Wer heute zur Mittelschicht gehört und 2500 Euro brutto verdient, erhält nach Prognosen des Arbeitsministeriums zukünftig eine Rente von 688 Euro.

Ursula von der Leyen sieht deshalb die Zuschussrente als Weg aus der Altersarmut.

FDP: Honorarerhöhungen für Ärzte und Steuergeschenke für Hoteliers, aber kein Geld in der Rentenkasse

Die FDP indes ließ verlautbaren, dass dafür kein Geld in der Rentenkasse sei.

Wohl aber ist für Mediziner, Hoteliers und den Mittelstand genug Geld für Steuergeschenke und Honorarerhöhungen da, handelt es sich doch bei den genannten Gruppen um die Nabelschnur der FDP, ohne die diese ebenso wenig lebensfähig wäre wie die von ihr protegierte Klientel.

Seit dem Ende der DDR ist gerecht was Geld bringt und keines kostet

Da der Sozialismus spätestens seit dem Ende der DDR nicht mehr en vogue ist, verhält es sich indes mit der Gerechtigkeit so, dass gerecht zu sein scheint, was Geld bringt und nicht Geld kostet.

Rentner hingegen kosten Geld und sind deshalb offenbar von der Gerechtigkeit ausgenommen, unabhängig aller Lebensleistung.

Deutschland: Riesterrente für viele nicht bezahlbar

Ursula von der Leyen rechnet derweil vor, dass selbst Personen mit einem Nettoeinkommen von 2900 Euro zukünftig nur eine Rente von 798 Euro erhalten würden.

Derzeit verdient rund ein Drittel der Bevölkerung in Deutschland unter 2500 Euro brutto.

Private Vorsorge im Sinne der Riesterrente ist dabei vielfach finanziell nicht zu stemmen, insbesondere, wenn es sich um Familien handelt und um Einzelverdiener. Experten sehen derweil in der Agenda 2010 einen Grund für die mögliche Altersarmut.

ARGE: Jede zumutbare Arbeit annehmen – Auch für 5 Euro Stundenlohn

Immer mehr Arbeitnehmer arbeiten entweder in Mini- und Midi-Jobs oder aber bei Zeitarbeitsfirmen. Diese zahlen jedoch bedeutend weniger als reguläre Arbeitgeber.

Dadurch verringert sich der Rentenanspruch abermals, das Armutsrisiko steigt. Gelichzeitig verpflichtet die ARGE die Betroffenen, die in Hartz IV fallen, jeden zumutbaren Job auszuüben.

Dies kann durchaus auch eine Stelle sein, die nur 5 Euro pro Stunde einbringt, zum Beispiel im Call-Center. Zuweilen gelten auch die 1 Euro-Jobs als Quasi-Stellenersatz. So entsteht jedoch ein Heer von Armen in der Gesellschaft.

Altersarmut in Deutschland: Revolution 2030?

Es scheint, als ob die Gesellschaft ob der drohenden Altersarmut in Deutschland eine neue Revolution ausbrütet, eine Revolution im Jahre 2030, eine Revolution der dann Alten.

Derweil setzen die Juppis in der Union und der FDP auf das Leistungsprinzip. Wer ihrer Meinung nach viel verdient und viel in die Rentenkasse einzahlt, soll auch viel erhalten.

Seltsamerweise gilt dies jedoch nicht für die Politiker. Diese zahlen nämlich zuweilen, ähnlich wie Beamte, nichts in die Rentenkasse ein, erhalten aber dennoch im günstigsten Fall bis zu 75 Prozent der Grunddiäten.

37 Grad - Altersarmut, ein Tabuthema

Asoziales Denken in der FDP

Wenn das Leistungsprinzip wirklich gelten sollte, dann dürfte so mancher FDP-Politiker zukünftig mit 688 Euro Rente auskommen.

Denn eine derart menschenverachtende Sicht- und Argumentationsweise Millionen von Arbeitnehmern gegenüber offenbart nämlich eines, dass auch Parteien asozial denken und handeln können.

Hier sind ausnahmsweise Ursula von der Leyen und Teile der CDU ausgenommen, denn diese sehen das Problem der Altersarmut und wollen es zumindest dem Grunde nach bekämpfen, während die FDP weiter Steuersgeschenke an Gutbetuchte verteilen will.

Weitere News: Rentensteuer-Berechnung: Immer mehr Rentner müssen zahlen!

Toll ! Altersarmut im Jahr 2030 (Rente,Harz IV,Job)


Bsp. Grafik: Rente 2030 / Altersarmut in Deutschland (c) ak

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4 Kommentare
  • Sehr guter Artikel. Jedoch: Es wird nicht erst bis 2030 dauern, bis eine flächendeckende Altersarmut eintritt. Glauben Sie mir: Die kommt schon viel, viel früher!

    MfG Ingmar Behrends

  • Naja, anstatt gegen Lohndumping anzugehen sollen die Folgen mit Flicken unscheinbarer gehalten werden. Frau von der Leyen verwaltet das größte Elend Deutschlands, mehr schlecht als recht. Um nachts gut schlafen zu können lügt sie sich selbst die Taschen voll. Im nun gestarteten Wahlkampf wühlt sie ihre hübschesten Lügen nun nach außen.

  • Düstere Aussichten, die sich auch nicht mit einer wohlgemeinten Zuschuss-Rente lösen lassen. Denn: Zuschuss-Rente dient einzig und allein der Ankurbelung der Versicherungswirtschaft.
    Denn Renten/Lebensversicherungen lohnen sich heute wahrscheinlich nicht mehr,
    da das Euro-System in der jetzigen Form zusammenbrechen wird. Und das spricht
    sich in der Öffentlichkeit auch immer weiter herum.

  • Frau von der Leyen kämpft. Aber sicher nicht gegen die Alterarmut. Sie kämpft für ihr eigenes Image und hat die nächsten Wahlen fest im Blick. Was Papa nicht schaffte, will sie erreichen. Reines Machtdenken.

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