Philipp Rösler: Rassismus-Debatte durch Jörg-Uwe Hahn losgetreten

Stephan Frey
Stephan Frey
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Philipp Rösler: Rassismus-Debatte als geplante Aktion der FDP? – Ach hätte er doch geschwiegen, die Rede ist von dem stellvertretenden hessischen Ministerpräsidenten und Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn (FDP).

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Hahn hatte am Donnerstag die Akzeptanz eines “asiatisch aussehenden Vizekanzlers“ (Philipp Rösler) in der Bevölkerung kritisch hinterfragt.

Phillip Rösler bezeichnet Hahn als persönlichen Freund

Gegenüber der “Frankfurter Neuen Presse“ sagte Hahn wörtlich: “Bei Philipp Rösler will ich allerdings gerne wissen, ob unsere Gesellschaft schon so weit ist, einen asiatisch aussehenden Vizekanzler auch noch länger zu akzeptieren.“

Mit dieser Äußerung erntete der hessische Politiker einen Sturm der Entrüstung. Die vereinte Opposition im Bundestag wertete die Äußerungen des FDP-Politikers aus Hessen als rassistisch.

Der so Gescholtene wies die Kritik hingegen zurück, indem er antwortete, dass er lediglich auf den in der Gesellschaft unterschwelligen Rassismus hinweisen wollte. Ob der unterschwellige Rassismus jedoch bei Hahn selber anzutreffen ist, ließ er offen. Philipp Rösler indes sprang seinem hessischen Parteifreund zur Seite.

Hahn sei “über jeden Verdacht des Rassismus erhaben“, so Philipp Rösler. Der FDP-Parteivorsitzende betont dabei explizit die seit vielen Jahren bestehende persönliche Freundschaft zu Jörg-Uwe Hahn.

Philipp Rösler wurde in Vietnam geboren und als kleines Kind von einem deutschen Paar adoptiert. Auch der Schleswig-Holsteinische FDP Fraktionsvorsitzende Wolfgang Kubicki betont, dass Jörg-Uwe Hahn kein Rassist sei.

Hessische Ausländerbeiräte signalisieren Hahn Unterstützung

Auch die hessischen Ausländerbeiräte unterstrichen, dass der hessische Integrationsminister nicht rassistisch eingestellt sei. Fraglich ist jedoch, warum bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt niemand überhaupt einen Gedanken daran verschwendet hat, ob Philipp Rösler asiatisch-stämmig aussieht oder nicht.

Im Gegenteil, Rösler wurde innerhalb der Bevölkerung nie mit seiner Herkunft identifiziert, sondern als völlig unauffälliger Deutscher empfunden. Insofern wurde einer Debatte losgetreten, die ohne die Äußerungen von Hahn so nie entstanden wäre.

Geplante Aktion der FDP? Sollte von Brüderle abgelenkt werden?

Hinter vorgehaltener Hand wird bereits gemunkelt, dass die Aktion von Jörg-Uwe Hahn in den Strategieabteilungen der FDP von langer Hand geplant worden sei.

Demnach soll die Aktion mit dem Ziel verfolgt worden sein, die Debatte um den Spitzenkandidaten der FDP, Rainer Brüderle abzulenken. Das Philipp Rösler und die gesamte FDP-Parteiprominenz Jörg-Uwe Hahn Rückendeckung gibt, könnte diese Gerüchte nähren.

Das die Strategie nunmehr aber völlig daneben gegangen sein könnte mag die FDP derzeit nicht glauben. In der Bevölkerung manifestiert sich nunmehr aber der Eindruck, dass die FDP nicht nur sexistisch eingestellt ist, sondern auch noch rassistisch.

FDP ist nicht rassistisch

Ohne ein Anhänger der Liberalen sein zu müssen, sei jedoch betont, dass bis auf singuläre Erscheinungen in der Partei die Liberalen ebenso rassistisch eingestellt sind wie SPD, Grüne, CDU, CSU oder die Linke nebst Piratenpartei.

Sollte es sich bei der Äußerung von Jörg-Uwe Hahn also um eine Strategie der Partei gehandelt haben, so war die Äußerungen schlichtweg unüberlegt.

Ansonsten sei gesagt, dass die FDP gerade weil sie Philipp Rösler als ihren Parteivorsitzenden ernannt hat, in der breiten Öffentlichkeit alles andere als rassistisch zu bezeichnen ist, sondern ausnahmsweise einmal als fortschrittlich.

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Bsp. Grafik: Philipp Rösler / FDP (c) cc/INSM

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