Pegida: Deutsche Fundamentalisten hetzen gegen den Islam

Stephan Frey
Stephan Frey
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Die islamfeindliche Bewegung Pegida fordert eine Verhinderung der „Islamisierung des Abendlandes“.

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Seit mehreren Wochen demonstrieren Anhänger der Bewegung gegen den Islam.

Pegida:Wie die Errungenschaften von 1989 verraten werden

Nach offiziellen Angaben demonstrieren die Anhänger der Bewegung gegen fundamentalistische Strömungen des Islam und zunehmenden Extremismus islamistischer Prägung. Wer allerdings Plakate der Bewegung (Pegida steht für Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes) betrachtet, dem fällt sofort auf, dass es sich bei der Bewegung selbst um eine extremistische und in ihren Forderungen fundamentalistische Strömung handelt.

Es erweckt den Anschein, als solle der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben werden. Insbesondere die polizeibekannten Mitglieder der Pegida-Strömung entstammen oftmals dem Umfeld rechtsextremistischer Parteien oder der ebenfalls mit der Pegida sympathisierenden AfD. Besonders die Parole „Wir sind das Volk“ soll an die Bewegung von 1989 erinnern, die die damalige DDR zu Fall brachte.

Damit wird gleichsam die gesamte ostdeutsche Bevölkerung hinsichtlich einer islamkritischen Einstellung unter Generalverdacht gestellt, weil insbesondere im Westen der Republik die Menschen die Parole mit den neuen Bundesländern verbinden. Somit sorgt die Bewegung „Pegida“ gleichsam auch für das Aufleben des längst vergessenen Ost-West-Gegensatzes und unterstützt damit gleichsam eine Spaltung des Landes.

Pegida-Anhänger haben keine Ahnung von Kultur des Islam

Die Anhänger der Bewegung Pegida zeichnen sich hinsichtlich ihrer Kenntnis über den Islam dabei durch ein hohes Maß an Unkenntnis aus und zudem sind zahlreiche Initiatoren der Bewegung vorbestraft und somit in staatsbürgerlicher Hinsicht alles andere als ein Vorbild für das „Abendland“. Die Bewegung breitet sich derweil immer weiter aus.

Nach Dresden, Düsseldorf, Berlin und Kassel soll nun offenbar auch München in das Visier der Bewegung genommen werden. Die Bewegung hat als einziges Ziel den Islam zu bekämpfen und das Recht auf Asyl einzuschränken. Das insbesondere aus Syrien und dem Irak auch viele Christen geflüchtet sind, scheint die Bewegung nicht zu kümmern.

Christliches Menschenbild sieht Muslime als Freunde an

Pegida-Initiator Bachmann bemüht dabei auch schon einmal populistische Vergleiche wie „Asylbewerberheime mit Vollversorgung, aber deutsche Rentner, die sich zu Weihnachten nicht einmal einen Stollen leisten können“. Zudem will Pegida das „christliche Menschenbild“ verteidigen. Dabei erweist sich das Bündnis und seine Anhänger als nicht gerade Bibelfest.

Denn das christliche Menschenbild ist geprägt durch Nächstenliebe, die keinen Unterschied zwischen Glauben oder Herkunft macht. Auch das kommende Weihnachtsfest ist in seinen Ursprüngen alles andere als ein christliches Fest. Wohl aber sind die Ursprünge heidnisch.

Weihnachtsgeschichte untrennbar mit dem Morgenland verknüpft

In der Bibel hingegen wird das christliche Weihnachtsfest und damit die Geburt Jesu geradezu untrennbar mit dem Morgenland verbunden. Oder wie lassen sich die Weihnachtsgeschichte aus dem Matthäusevangelium (Mt. 2) und die Drei Weisen aus dem Morgenland sonst im Einklang mit den christlichen Werten bringen?

Genau genommen entsprechen die Heiligen Drei Könige dem, was wir heute allgemein als Muslime verstehen würden. Im Kampf gegen den Islam sollte sich Pegida zudem den Satz aus dem Koran zu Herzen nehmen, der in Sure 2:256 besagt, dass es keinen Zwang im Glauben gibt. Dieser Satz dokumentiert, dass der Islam in seiner wahren Auslegung alles andere als fundamentalistisch ist.

Auch 1933 gab es einen Sündenbock: Damals Kippa statt Kopftuch

Das Problem der Pegida-Bewegung ist jedoch zu großen Teilen auch von der Politik hausgemacht. Wird doch insbesondere vonseiten der AfD Fremdenhass geschürt, um auf Wählerfang zu gehen. Bereits einmal 1933 ist aus dieser Grundeinstellung die größte menschliche Katastrophe erwachsen, die letztlich in der NS-Diktatur und dem 2. Weltkrieg mündete.

Auch damals gab es einen Sündenbock, dieser trug allerdings kein Kopftuch sondern eine Kippa. Im Hinblick auf Errungenschaften die wir im „Abendland“ wie selbstverständlich nutzen zählen neben Kameras in Smartphones, das Shampoo, die Seife, die Kurbelwelle , der Fallschirm, das Schachspiel, unser Kaffee, die Arabischen Ziffern und Schriftzeichen sowie edle Stoffe und Tücher.

All diese Erfindungen haben eines gemeinsam, sie wurden von Muslimen erfunden. Pegida und seine Anhänger sollten statt demonstrieren etwas tun, was übrigens gerade bei Muslimen verbreitet ist, nämlich einen großen Bildungshunger zu stillen. Man könnte auch populistisch behaupten, dass Pegida sich zusammensetzt aus lauter Unwissenheit. Aber bekanntlich schützt Unwissenheit vor Strafe nicht.

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Bsp. Grafik zum Artikel: Pegida Deutschland (c) mz

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