Obama und Medwedew: Mikrofon-Panne Ausdruck der Menschlichkeit?

Stephan Frey
Stephan Frey
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Obama Medwedew Mikrofon-Panne-News

Weil das Mikrofon bei einem Gespräch mit Dmitri Medwedew während des Atomgipfels nicht ausgeschaltet war, steht US-Präsident Barack Obama in der Kritik.

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Diese beschränkt sich jedoch ausschließlich auf Seiten der Republikaner.

Irrtümlich aufgezeichneter vertraulicher Satz

US-Präsident Obama hatte bei einem vertraulichen Gespräch mit dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew erklärt, dass er als US-Präsident dem russischen Präsidenten und seinem Nachfolger Wladimir Putin in der Abrüstungsfrage entgegenkommen wolle.

Wörtlich sagte Obama: „Das ist meine letzte Wahl. Nach meiner Wahl werde ich flexibler sein“. Gemeint war damit ein mögliches Nachgeben in der Frage der atomaren Abrüstung.

Das Pikante dabei, die Worte waren vertraulich, das Mikrofon war jedoch irrtümlich eingeschaltet, sodass die ganze Welt die Worte vernehmen konnte.

Besonders die oppositionellen Republikaner wittern angesichts der Aussagen des US-Präsidenten Morgenluft.

Mitt Romney: Alarmierend und beunruhigend

Mitt Romney nannte die Worte des US-Präsidenten „alarmierend und beunruhigend“. Seiner Meinung nach gebe es in der Frage der atomaren Abrüstung keinen Spielraum für Verhandlungen mit den Russen.

Obama sagte indes gegenüber der Presse, dass es sein Ansinnen sei, Atomarsenale abzubauen. Dabei komme es auf Vertrauen und Kooperation an.

Andere Republikaner werfen dem Präsidenten vor, dass dieser den Russen Zugeständnisse machen wolle, das eigene Volk aber bis zu seiner möglichen Wiederwahl darüber im Dunkeln lassen wolle.

Republikaner nutzen Obamas Mikrofon-Panne

Ronald Reagan: Atomkrieg provoziert?

Obamas Satz ist im Vergleich zu einem anderen irrtümlich aufgezeichneten Satz eines anderen US-Präsidenten jedoch genau das Gegenteil, dessen, was US-Präsident Ronald Reagan 1984 vor einer Ansprache im Scherz sagte.

Auch hier war das Mikrofon bereits angestellt, ohne dass Ronald Reagan dies wusste.

Danach wusste es aber die Welt. Reagan sagte damals. „Die USA hätten die Sowjets gerade für vogelfrei erklärt. Wir beginnen in fünf Minuten mit der Bombardierung“.

Dass durch diesen Satz theoretisch der dritte Weltkrieg hätte ausbrechen können, realisierte Reagan auch im Nachhinein nicht.

Insofern wirken die Worte Obamas eher wie der Ausdruck von Menschlichkeit gegenüber einem anderen Volk, den Russen. Romneys Rhetorik hingegen passt eher zu Reagans Anspielungen.

Weitere News: Wahlen Russland 2012: War Putin der Wahlsieger?


Bsp. Grafik zum Artikel: Obama, Medvedev / Mikrofon-Panne (c) jm

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