Messer-Attacke im Jobcenter Neuss: Mörder Ahmet S. psychisch krank?

Stephan Frey
Stephan Frey
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Messer-Attacke Jobcenter Neuss-News

Mord durch Messer-Attacke im Jobcenter Neuss: Weil er seine persönlichen Daten nicht mehr geschützt sah, hatte der 52-jährige Hartz-4-Empfänger Ahmet S. eine 32-jährige Sachbearbeiterin im Jobcenter Neuss mit einer 20 Zentimeter langen Messerklinge erstochen.

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Der Leiter der Mordkommission Guido Adler sagte, dass der Mann offenbar einen Fernsehbericht gesehen habe, indem davon berichtet wurde, dass Ämter persönliche Daten weiterverkaufen würden.

Täter konnte mehrere Nächte nicht schlafen

Aus diesem Grunde konnte der Täter nach eigenen Angaben mehrere Nächte lang nicht schlafen. Die zuständige Staatsanwältin sagte ergänzend, dass der Mann insbesondere befürchtete, dass ein Foto für missbräuchliche Zwecke genutzt werden könnte.

Der Mann hatte nach eigenen Angaben offenbar Angst, dass Dritte mit seinem Foto Millionen verdienen könnten.

Der Täter hatte zwei Messer dabei, beim ersten Messer brach aber offenbar die Klinge ab, das Messer verletzte die Sachbearbeiterin nicht. Das zweite Messer rammte der Mann der Mitarbeiterin mit voller Wucht insgesamt dreimal in den Körper.

Opfer verstarb trotz Notoperation

Die Frau erlitt dabei lebensgefährliche Verletzungen, an denen sie im Zuge einer trotz sofort eingeleiteten Notoperation verstarb. Der arbeitslose Mann sei ursprünglich auf dem Wege zu seinem Stammsachbearbeiter gewesen.

Dieser war aber nicht da. Daraufhin klopfte er an die Tür der Sachbearbeiterin. Diese verwies den Mann, der ohne Termin erschien zunächst in den Wartebereich. Der Mann ließ sich davon jedoch nicht abwimmeln und drang in das Büro des späteren Opfers ein.

Durch die Schreie der Frau wurden andere Wartende aufmerksam und hielten zunächst den Mann fest. Als sie jedoch das Messer erblickten, ließen sie den Mann los.

Messer-Attacke im Jobcenter: Täter flüchtete zunächst

Der Mann flüchtete zunächst, wurde aber kurze Zeit später von der Polizei festgenommen. Die Ermittler stuften dessen Messer-Attacke im Jobcenter Neuss als Mord ein. Die Einstufung als Mord ist insbesondere bei der Strafzumessung von Bedeutung.

Bei einer Einstufung als Totschlag würde der Mann mit einer geringeren Strafe davonkommen, als bei Mord. Gegen den Mann wurde vom Neusser Amtsgericht Untersuchungshaft angeordnet.

Leidet der Täter an einer Psychose?

Das Verhalten des Mannes könnte auf eine Psychose hinweisen, so einige Experten. Es scheint, als ob der Mann sich bedroht gefühlt habe und diese abstrakten Gedanken sein ganzes Denken bestimmten.

Patienten mit einer derartigen Diagnose geraten oftmals aus Angst in eine Art „Blutrausch“ und versuchen sich durch Messerangriffe oder andere Gewaltakte von dieser scheinbaren Bedrohung zu befreien.

Vielfach kann diese Angst aber auch zu autoaggressivem Verhalten führen. Ob der Mann zurechnungsfähig ist, muss nun mitunter ein psychologischer Gutachter klären.

Staatsbedienstete sollten besser geschützt werden

Derweil sollte der Frage nachgegangen werden, wie Amtspersonen geschützt werden können. Immer wieder kommt es zu Angriffen auf Richter oder Sachbearbeiter von Ämtern.

So wurde 1996 im Gelsenkirchener Ausländeramt ein 22-jähriger Sachbearbeiter mit einem Kopfschuss lebensgefährlich verletzt, in Kiel wurde einer Familienrichterin 1995 die Kehle durchgeschnitten.

Im Kieler Amtsgericht erinnert noch heute eine Gedenktafel an dieses Verbrechen. Auch wenn Sicherheitspersonal Geld kostet, es wäre an der Zeit, bei Ämtern mit Publikumsverkehr durchweg Personenkontrollen einzuführen. Im Kieler Amtsgericht wird dies mittlerweile durchgeführt.

Was bereits in vielen Kaufhäusern in sozialen Brennpunkten gilt, scheint für Staatsbedienstete nicht zu gelten, dass die Staatsbediensteten jedoch gleichsam Mütter oder Väter sind, sollte hierbei nicht vergessen werden. Die in Neuss getötete Sachbearbeiterin war beispielsweise Mutter.

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Bsp. Grafik zum Artikel: Messer-Attacke im Jobcenter Neuss (c) ms

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