Lucky Strike Werbung: Dieter Bohlen klagt gegen BRD

Stephan Frey
Stephan Frey
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DSDS 2012-Juror Dieter Bohlen hat wegen einer Lucky Strike-Werbung Klage gegen die Bundesrepublik Deutschland eingereicht.

Dieter Bohlen gilt als Sprücheklopfer. Seine markigen Aussprüche gelten als Markenzeichen des Erfolgsproduzenten und DSDS-Aushängeschildes.

Dieter Bohlen: Persönlichkeitsrechte verletzt worden

Ausgerechnet Dieter Bohlen hat nun Klage gegen die Bundesrepublik Deutschland eingereicht. Als Grund gibt Bohlen eine Zigarettenwerbung von „Lucky Strike“ an.

Hierdurch fühlt sich Bohlen in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt. In dem Verfahren geht es darum, dass Lucky Strike ihn für Werbung „in unlauterer Art und Weise“ benutzt hat.

Dieter Bohlen vs. Lucky Strike: Verfahren landete in Straßburg

Das Oberlandesgericht Hamburg gab Bohlen zunächst recht. Der Bundesgerichtshof hob dieses Urteil jedoch wieder auf. Nun blieb Dieter Bohlen nur der Weg zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

Dort will Bohlen Schadensersatz fordern. Pikanterweise will er diesen jedoch nicht von der Zigarettenfirma Lucky Strike haben, sondern von der Bundesrepublik Deutschland.

Muss die Allgemeinheit Bohlen Schadensersatz zahlen?

Da in Straßburg im Falle von Menschenrechtsfragen immer der jeweilige Staat mit den entsprechenden Gesetzen als Träger der Rechtslage gilt und insofern beklagt werden kann beziehungsweise beklagt werden muss, kann nur der Staat insgesamt verklagt werden.

Dies bedeutet im Klartext jedoch, sollte Dieter Bohlen ein Schadensersatz zugesprochen werden, bezahlen diesen Schadensersatz alle steuerpflichtigen Bundesbürger über ihre Steuerzahlungen mit.

Im Endeffekt erhält Bohlen somit also quasi Geld von der Allgemeinheit. Auch wenn dies ungerecht erscheinen mag, Dieter Bohlen kann zumindest an der juristischen Ausgangslage nichts ändern.

Moralisch in Ordnung ist das Einklagen jedoch damit noch lange nicht, da der Schadensverursacher ein Einzelkonzern war und nicht eine Gesellschaft mit ihren Bürgern und einer nachweislich freiheitlich demokratischen Grundordnung mit Vorbildcharakter in der Welt.

Bald Millionen Klagen gegen Bundesrepublik in Straßburg?

Zudem stellt sich die Frage, ob Bohlen, der so manch einem mit seinen Sprüchen auf die Nerven geht, nicht verbale Körperverletzung begeht.

Insofern bleibt fraglich, ob nicht demnächst 84 Millionen Klagen in Straßburg landen, die sich alle gegen die Bundesrepublik wenden.

Ausgangsbeklagter war jedoch Dieter Bohlen. Wie absurd dies wäre, zeigt dieser unwahrscheinlichste aller Fälle, der aber zumindest die Absurdität des Theaters offenbart.

Veröffentlichung der Klage: PR-Aktion Bohlens zur rechten Zeit?

Vielmehr scheint Bohlen den Zeitpunkt für die Veröffentlichung der Klage gut gewählt zu haben.

Kurz vor dem Finale der überraschenderweise quotenarmen DSDS 2012-Staffel scheint Bohlen noch einmal das Interesse auf sich ziehen zu wollen, umso die Genehmigung für eine weitere Staffel von DSDS zu erhalten.

Es wird nämlich gemunkelt, dass RTL DSDS absetzen wolle. Dies sind aber nur unbestätigte Gerüchte.

Sollte Bohlen in Straßburg obsiegen und den erstrittenen Betrag zugunsten einer Nichtraucherkampagne vollumfänglich spenden, so würde Bohlen eines zeigen, nämlich das er durchaus über ein hohes Maß an Moral verfügt.

Die Menschrechte des Dieter Bohlen. DSDS-Juror klagt beim EGMR in Straßburg

Dieter Bohlen: Öffentliches Image nur Fassade

Letztlich scheint sowieso bei Bohlen vieles Fassade zu sein. Insgeheim gilt er privat als angenehmer Mensch.

In der Öffentlichkeit gilt Dieter Bohlen indes als Reizfigur. Auch dieses Image muss gepflegt werden.

Dieter Bohlen macht indes nur den Job, der von ihm in der Medienwelt verlangt wird, er spielt seine öffentliche Rolle und es profitieren viele davon.

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Wegen Verletzung der Menschenrechte Dieter Bohlen klagt gegen Deutschland

Bsp. Grafik zum Artikel: Dieter Bohlen / Lucky Strike (c) wp

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