Japan aktuell: Radioaktivität im AKW Fukushima höher als erwartet

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Japan-AKW-Fukushima

Bei der Atomkatastrophe im japanischen AKW Fukushima wurde laut aktuellen Erkenntnissen wohl mehr als die doppelte Menge an Cäsium-137 freigesetzt als zunächst angenommen wurde.

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Dies hat jetzt eine neue internationale Studie in Bezug auf die Vorgänge im Atomkraftwerk Fukushima herausgefunden.

Studie: Emissionen über dem Meer nicht genug berücksichtigt

Geht es nach den Ergebnissen der Studie, dann hat die japanische Regierung die auf das Meer ziehenden Emissionen nicht hinreichend berücksichtigt.

Ein internationales Forscherteam aus Norwegen, Spanien, Österreich und den USA hatte für die Studie ein weltweites Messstellennetz ausgewertet.

Cäsium-137 besitzt eine Halbwertzeit von 30 Jahren und ist extrem schädlich für den menschlichen Körper.

Die Studie offenbart nun, dass die Freisetzung des Cäsiums-137 wohl früher begann, als zunächst angenommen wurde und später aufhörte als zunächst gedacht wurde.

Mit einer Freisetzungsrate von etwa 36 Peta-Bequerel wurde zugleich die zweitgrößte Freisetzung des toxischen Cäsiums in der Geschichte der Menschheit erreicht, nur noch übertroffen von der Katastrophe in Tschernobyl.

Nur 20 Prozent des Cäsiums gingen über Japan nieder

Dank der meteorologischen Bedingungen zu Zeiten der Katastrophe gingen jedoch nur etwa 20 Prozent des freigesetzten Cäsium-137 über Japan selbst nieder.

Der Rest wurde aufs Meer hinausgeweht. Auch das Edelgas Xenon-133 sei in höheren Anteilen freigesetzt worden, als zunächst erwartet wurde, so die Studie.

Mit 16700 Peta-Bequerel sei die größte jemals vom Menschen freigesetzte Menge erreicht.

Die Menge sei sogar um das Zweieinhalbfache höher als bei der Tschernobyl-Katastrophe, so das Forscherteam in der Studie.

Das Xenon-133 selbst wird vom menschlichen Körper hingegen nicht aufgenommen oder gespeichert.

Die Gesundheitsgefährdung ist daher lediglich gering, dennoch kann die Freisetzung des Edelgases zur Rekonstruktion des Unfallgeschehens aktiv beitragen.


Grafik Japan, AKW Fukushima (c) hd

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