Islamkonferenz: Salafisten – Der Tagesordnungspunkt, der keiner war

Stephan Frey
Stephan Frey
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Islamkonferenz Salafisten Friedrich News

Bereits vor dem Beginn der Islamkonferenz stieg der Druck seitens Teilen der Koalition auf Innenminister Hans-Peter Friedrich.

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Dieser sollte den Tagesordnungspunkt „Salafisten“ auf die Agenda der Tagung setzen, hieß es.

Innenminister Friedrich: Hart geblieben

Innenminister Hans-Peter Friedrich blieb jedoch hart und lehnte den Tagesordnungspunkt ab. Am letzten Wochenende hatten Salafisten in mehreren Städten Deutschlands kostenlose Koranexemplare verteilt.

Uwe Schünemann (CDU), Niedersachsens Innenminister verlangte im Zuge der Salafistendebatte auf der Islamkonferenz 2012 einen „Pakt gegen Salafismus“.

Auch der bekannte CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach wollte dem Thema mehr Aufmerksamkeit widmen.

Grüne stimmen Haltung Friedrichs zu

Obwohl eigentlich kein Freund der Grünen, erhielt Friedrich für sein besonnenes Verhalten diesmal Beifall seitens der Grünen.

Der integrationspolitische Sprecher der Grünen, Memet Kilic verlangte denn auch, die Salafisten als Sicherheitsproblem zu betrachten und nicht als Problem des Islam.

Ähnlich äußerte sich Omid Nouripour (Grüne). Die Teilnehmer der Islamkonferenz 2012 gaben indes eine öffentliche Erklärung zugunsten der Gleichberechtigung und gegen Gewalt ab.

Innenminister Friedrich: Zwangsheirat kein Problem des Islam

Auch in diesem Punkt wirkte Friedrich moderierend. Er schob Zwangsheirat und häusliche Gewalt auf patriarchale Strukturen und nicht auf den Islam als Religion selbst.

Die Erklärung definierte den Islam indes als weltoffene und tolerante Religion.

Ebenso wurde hervorgehoben, dass muslimische Frauen und Mädchen oftmals höhere Schulabschlüsse erhielten, als ihre männlichen Glaubensbrüder. Auch dies wurde als Zeichen der Emanzipation im Islam gewertet.

Henryk Broder: Unfreiwillig zum „Islamfreund“ geworden

Die Ergebnisse der Islamkonferenz beziehungsweise das Thema des Islam und die Diskussion um die Salafisten wirken unfreiwillig auch auf deren Gegner beziehungsweise etwaige Kritiker.

So wurde beispielsweise der islamkritische Publizist Henryk Broder mit seinem publizistischen Netzwerk „Die Achse des Guten“ von Googles Suchalgorithmus unfreiwillig zum „Islamfreund“.

Broder veröffentlichte auf der Plattform einen Artikel mit dem Titel „Allah für alle“. Broder hat sich bei der Veröffentlichung des Artikels wohl scheinbar aber nicht auf Googles Suchalgorithmus eingelassen.

Denn statt islamkritischer Werbung erschien eine Anzeige, welche explizit dazu aufrief, doch eine muslimische Frau kennenzulernen.

Insofern erreichen die Vorzüge muslimischer Menschen auch vermeintliche Islamkritiker, wenn auch durch die Hintertür.

Es bleibt nun nur fraglich, wie viele angebliche Islamkritiker auf die Anzeige klicken und sich insgeheim für den Islam interessieren und sei es auch nur aus den evolutionären Blickwinkeln eines Mannes, sprich die Attraktivität islamischer Frauen zu schätzen wissen.

Auch Broder und sein Netzwerk profitieren davon. Jeder Klick auf die Werbung bringt in aller Regel Einnahmen.

Da sage noch einer Integration wäre nicht möglich und sei es auch nur die von Google vorgegebene Integration beziehungsweise Implemen- tation von passender Werbung entsprechend der relevanten Suchwörter.

Weitere News: Salafisten: Koran für die Ungläubigen – Kostenlose Verteilung wird fortgesetzt!


Bsp. Grafik zum Artikel: Islamkonferenz 2012 / Salafisten (c) bi

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