Hanta-Virus in Deutschland – Ist Sudor anglicus alive?

Stephan Frey
Stephan Frey
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Hanta-Virus-Deutschland-News

Hanta-Virus breitet sich in Deutschland aus: Die Symptome und Neu-Infektionen des Hantavirus erreichen in Deutschland, insbesodere in Bayern, Baden-Württemberg und NRW, einen neuen Höchstwert.

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Männer gelten als doppelt so hoch gefährdet wie Frauen. Die Krankheit zeichnet sich durch beginnende Rückenschmerzen aus.

Hanta-Virus: Schwerwiegende Symptome

Hinzu treten Fieber sowie Blut im Urin. In schweren Fällen kann es, ähnlich wie beim EHEC-Virus, zu Nierenversagen kommen.

Übertragen wird die Krankheit vor allem durch den Kot und Urin der Rötelmäuse. Menschen können die Krankheit durch eingeatmete Partikel bekommen.

Neben Baden-Württemberg treten viele Neu-Infektionen auch in Bayern und Nordrhein-Westfalen auf.

Schwerpunkt der Hantavirus-Infektion: Baden-Württemberg

Auch in Niedersachsen und Hessen treten Erkrankungen, ausgelöst durch das Hanta-Virus, auf. In Berlin, Brandenburg und Hamburg gab es hingegen bislang keine gemeldeten Fälle.

Schon in den Jahren 2007 und 2010 brach das Virus in Deutschland aus. Damals erkrankten innerhalb von fünf Monaten 562 Erkrankungen auf.

2010 waren es gar 846 Neuinfektionen. Auch damals lag der Erkrankungsschwerpunkt in Baden-Württemberg. Insbesondere Buchenwalregionen gelten als potenzielle Infektionsquellen.

√ Infografik zum Hanta-Virus (plus Code zum Einbetten):

Hantavirus-Infografik

Experten: Beim Fegen von Schuppen Staubmasken tragen

Rötelmäuse gelten als Infektionsüberträger. Experten raten derweil, beim Fegen von Garagen und Schuppen Staubmasken zu tragen, um die Infektion möglichst zu verhindern.

Auch beim Umschichten von Holz gilt es, in Anbetracht des sich immer weiter verbreitenden Hanta-Virus vorsichtig zu sein.

Männer erkranken doppelt so häufig wie Frauen. Kinder sind indes nur sehr selten betroffen. Dieses Jahr kommt es zu einer neuen Infektionswelle.

Rund 965 Neuinfektionen wurden bereits gemeldet. Hanta-Virus-Infektionen gelten mittlerweile als meldepflichtig, um effektive Prozesse bezüglich Nachweis, Heilung und Behandlung einzuleiten.

TopDoc: What's the Hantavirus?

Sudor anglicus und Hanta-Virus-Infektion: Ein und dieselbe Erkrankung?

Historiker und Mediziner sehen in der Hanta-Virus-Infektion Verbindungen zu der in der frühen Neuzeit aufgetretenen Erkrankung „Sudor anglicus“.

Die Ursache von Sudor anglicus, auch als „Englischer Schweiss“ bekannt, wurde bisher nicht gelöst. (Umfangreiche PDF zum kostenlosen Download hier)

Neben dänischen Forschern arbeitet aktuell auch ein deutscher Forscher an der möglichen Lösung dieser rätselhaften Erkrankung. Ob das Hanta-Virus dahinter steckt, kann jedoch bislang nicht gesagt werden.

Dennoch stellen sich unterschiedliche Parallelen zwischen der Hanta-Virus-Infektion in heutiger Zeit und der Sudor-Anglicus-Infektion in der frühen Neuzeit dar. neue Forschungsergebnisse diesbezüglich dürften jedoch nicht vor dem Jahre 2016 zu erwarten sein.

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Protect Yourself from the Hanta Virus


Bsp. Grafik: Hanta Virus Deutschland / Symptome (c) GC/NSF

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4 Kommentare
  • Der Hanta-Virus ist nicht zu unterschätzen und gehört definitiv nicht in eine Riege der üblichen „Panik-Erreger“ wie Vogelgrippe oder EHEC. Ich kann nur jedem mit Landwirtschaft oder Gehöft raten, ausreichende Schutzmaßnahmen zu treffen.

    • Vogelgrippe und EHEC sind auch keine „Panik-Erreger“, wenn man an die Spanische Grippe (1918/19) denkt, war das der größte Seuchenzug seit der mittelalterlichen Pestepidemie. Bloß weil die meisten Zivilisationsverweichlichten keine Ahnung mehr haben, was Infektionskrankheiten überhaupt sind, heißt das nicht, dass nicht jederzeit wieder eine hereinbrechen kann. Aber verzichten wir halt zukünftig aufs „Sau durchs Dorf treiben“, aber hinterher bitte kein Gejammere, warum man euch denn nicht gewarnt hat. Und schon einmal daran gedacht, dass wir es gerade der getriebenen Sau zu verdanken haben, dass schlimmeres verhindert wurde? Mal an SARS denken, die Krankheit wurde schnell eingedämmt, hätte man ungerührt einfach nur zugesehen, wie sich das Virus ausbreitet, sähe die Welt heute ein wenig anders aus (etwa 11% Sterblichkeit, zum Vergleich: die spanische Grippe hatte eine von ~ 2,5%). Mal etwas weniger Arroganz an den Tag legen!

  • Interessante Erkenntnis der Forscher: Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Dito! Wer räumt denn den Keller auf, stapelt das Holz um, arbeitet im Buchenwald etc.? Frauen und Mäuse leben nicht in gleichen Lebenswelten.

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