Grüne: Urwahl-Ergebnis: Tritt Claudia Roth als Vorsitzende ab?

Stephan Frey
Stephan Frey
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Die Grünen Urwahl-Ergebnis-Kandidaten-News

Nachdem die Parteichefin der Grünen, Claudia Roth, im Ergebnis der Urwahl zur Spitzenkandidatur ihrer Partei für die Bundestagswahl 2013 nur 26,2 % der Stimmen erreichen konnte, denkt diese offenbar über einen Rückzug nach.

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Am heutigen Sonntag hatte sich Claudia Roth mit engsten Mitarbeitern getroffen und unter anderem mit dem Parteivorstand telefoniert.

Schicksalsmontag für Claudia Roth

Am Montag um 8:00 Uhr will Roth bekannt geben, ob sie erneut am nächsten Samstag beim Parteitag in Hannover für den Vorsitz ihrer Partei kandidieren wird oder sich aus der Parteispitze und damit wohl auf kurz oder lang auch aus der Politik insgesamt zurückziehen wird.

Auch die derzeitige Fraktionschefin Renate Künast hat bei der Urwahl mit 38,6 % verloren.

Neben Jürgen Trittin, der mit 71,9 % der Stimmen zum Spitzenkandidaten seiner Partei gewählt wurde, erhielt völlig überraschend die derzeitige Bundestags-Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckhardt mit 47,3 % ebenfalls ein Ticket für die Spitzenkandidatur der Grünen bei der nächsten Bundestagswahl.

Claudia Roth auf Facebook: „Das ist Demokratie“

Claudia Roth hatte zunächst, nachdem die Ergebnisse der Urwahl bekannt gegeben wurden, auf ihrer Facebook Seite Gratulationen für die Sieger verkündet und ergänzt: „Das ist Demokratie!“

Der derzeitige KO-Parteivorsitzende der Grünen, Cem Özdemir, trat nicht zur Wahl des Spitzenkandidaten an, möchte sich aber offenbar um ein Bundestagsmandat bewerben.

Cem Özdemir gehört derzeit nicht dem Deutschen Bundestag an.

Politische Schicksal von Roth und Künast bleibt offen

Bisher ist völlig offen, wie Claudia Roth sich entscheiden werde, so engere Parteikreise.

Ebenfalls ist fraglich, was mit Renate Künast passieren wird. Diese hatte bereits bei der Berlin-Wahl eine relative Niederlage hinnehmen müssen, weil sie die in sie gesteckten Erwartungen nicht erfüllen konnte.

Pressekonferenz: Das grüne Spitzenduo - Katrin Göring-Eckardt und Jürgen Trittin

Viele Solidaritätsbekundungen für Claudia Roth als Parteivorsitzende

Auch wenn fraglich ist, ob Claudia Roth weitermachen wird, gibt es offenbar in der Grünen-Spitze sehr viel Solidaritätsbekundungen für die noch Parteivorsitzende.

So sagte beispielsweise der Grünen-Fraktionsvize Frithjof Schmidt, dass Claudia Roth in der Partei in den letzten Jahren vorwiegend integrierend und ausgleichend gewirkt habe.

Claudia Roth: „Furchtbar verletzlich“

Die 57-jährige Claudia Roth hatte ursprünglich die Urwahl sogar mit beschlossen. In einem Interview mit der“Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, sagte Claudia Roth einmal, „privat bin ich furchtbar verletzlich“.

Sollte diese persönliche Schwäche nunmehr der Grund für das Ende der politischen Karriere der Claudia Roth sein? Die politische Karriere von Claudia Roth begann 1985 als Pressesprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion.

Im Jahr 1989 wurde Roth in das Europa-Parlament gewählt, bis sie 1998 in den Bundestag wechselte. 

Im Jahr 2001 wurde sie bereits einmal zur Vorsitzenden der Grünen gewählt, im Zuge der Debatte um die Unvereinbarkeit von Amt und Mandat musste sie sich jedoch vorläufig aus der Spitze der Grünen zurückziehen, ehe sie im Jahr 2004 erneut Vorsitzende wurde.

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Steffi Lemke mit der Bekanntgabe des grünen Spitzenduos


Bsp. Grafik: Grüne Urwahl / Ergebnis (c) Bündnis 90/Die Grünen

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