Großbritanniens EU-Austritt: David Cameron will das Volk befragen

Stephan Frey
Stephan Frey
3 min Lesezeit

David Cameron forciert EU-Austritt: Großbritannien steht abseits in Europa. Dies galt bislang lediglich in geografischer Hinsicht.

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Nun driftet das Königreich zunehmend auch in politischer Hinsicht von Europa ab.

Cameron: Gegen zentralistisches Europa

Premierminister David Cameron hatte in einer Rede am Mittwoch dargelegt, dass seine Regierung bis zum Jahr 2017 die Bevölkerung Großbritanniens befragen will, ob diese in der Europäischen Gemeinschaft verbleiben will oder ob Großbritannien der EU den Rücken kehren soll.

Cameron weist ausdrücklich eine zentralisierte EU, die ihr Hauptaugenmerk auf Brüssel legt, zurück. David Cameron stellt dabei sein Land als einen der wichtigsten politischen Faktoren innerhalb der Europäischen Gemeinschaft dar.

Das spätestens bis zum Jahr 2017 abzuhaltende Referendum soll lediglich die Frage eines EU-Austritts mit Ja oder mit Nein beantworten.

Labour spricht sich für Europa aus

Während der britische Premierminister seine Rede so darstellt, als würde diese der Mehrheit der britischen Bevölkerung entsprechen, umso mehr weist die politische Opposition in Großbritannien den Premierminister verbal in seine Schranken.

Labour wirft denn Cameron auch ein gefährliches Spiel mit Europa und Großbritannien vor.

Auch viele junge Briten stellen sich vor die Mitgliedschaft des Königreiches in der EU. Währenddessen können die übrigen europäischen Staats- und Regierungschefs vor wütender Emotionen kaum noch an sich halten.

Dänemark: Solidarisch geblieben

Insbesondere Dänemarks Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt verweist darauf, dass auch ihr Land die Wahl hatte und solidarisch geblieben sei. Cameron selbst scheint in einer Welt stehen geblieben zu sein, die der des kalten Krieges entspricht.

Offenbar sieht er auch die Rolle Großbritanniens in der Welt immer noch aus Sichtweise der einstigen Kolonialmacht.

Dabei wird das Königreich von wirtschaftlichen Problemen geradezu erdrückt. Zudem gehen rund 50 Prozent der britischen Exporte direkt in die EU.

Großbritannien: 50 Prozent aller Exporte gehen in die EU

Ein Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Gemeinschaft würde deshalb das Land wirtschaftlich an den Rande des Ruins bringen.

Offenbar geht es dem Premierminister eher darum, bereits jetzt durch überspitzt formulierten Nationalismus Wählerstimmen für die im Jahr 2015 anstehende Unterhauswahl zu sammeln.

Dem Königreich selbst indes wäre zu wünschen, wenn ab dem Jahr 2015 ein Premierminister der Labour-Partei die Macht in dem Land übernehmen würde. Dies wäre gut für Europa und insbesondere für Großbritannien.


Bsp. Grafik: David Cameron (c) cc/World Economic Forum

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