Griechenland-Krise: Athens Rundumschlag

Stephan Frey
Stephan Frey
3 min Lesezeit

In der aktuellen Griechenland-Krise spart die neue Führung in Athen derzeit nicht mit markigen Worten. Ein Tier, das schlägt um sich, wenn es in die Ecke gedrängt wird. Ähnlich verhält sich derzeit auch die in Bedrängnis geratene griechische Regierung.

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Griechenland auf Fettnäpchentour

Sei es die Attacke gegen den deutschen Finanzminister Schäuble, sei es die Forderung Griechenlands nach Reparationszahlungen oder die Haltung der griechischen Regierung in Bezug auf einen Schuldenschnitt, Griechenland haut derzeit in nahezu jedes diplomatische Fettnäpfchen.

Dabei dürfte insbesondere der smarte griechische Finanzminister Yanis Varoufakis auf europäischer Ebene deutlich an Boden und Rückhalt verloren haben. Zwischenzeitlich scheint der griechische Finanzminister auch innerhalb der eigenen Reihen nicht mehr völlig unumstritten zu sein.

Attacken Griechenlands in Richtung Berlin

Auch wenn die Forderung Griechenlands nach einer Entlastung für die eigene Bevölkerung durchaus berechtigt ist und insofern Griechenland mit seiner Forderung nach einem Schuldenschnitt in moralischer Hinsicht Recht hat, sind die Attacken insbesondere in Richtung Deutschland unangebracht.

Dies gilt auch deshalb, weil insbesondere Deutschland in der Vergangenheit sich vermehrt für eine Unterstützung Griechenlands, insbesondere was den Verbleib Athens im Euro betrifft, eingesetzt hat. Nunmehr scheint jedoch so viel diplomatisches Porzellan zwischen Athen und Berlin zertrümmert zu sein, dass eine politische Annäherung nahezu undenkbar erscheint.

Andere Schuldenländer Europas kritisieren Griechenland für seine Haltung

Dies wiederum sorgt dafür, dass die Haltung Deutschlands in Bezug auf Athen zunehmend ablehnender wird. Während insbesondere Varoufakis hofft, einen Keil zwischen der Haltung Berlins und insbesondere den anderen überschuldeten Ländern Europas treiben zu können, scheint sich dieses Kalkül jedoch nicht zu bewahrheiten.

Denn sowohl Italien wie auch Spanien und Portugal stellen sich hinter die mehrheitliche Überzeugung der anderen europäischen Verbündeten. Griechenland wird dadurch zunehmend isolierter und damit auch noch aggressiver in Bezug auf die Haltung Berlins.

Austritt aus dem Euro Griechenlands eine Erleichterung für Europa?

Letztlich scheint in Brüssel ein Austritt Griechenlands aus dem Euro zwischenzeitlich eher als Erleichterung, denn als noch wirkliche Belastung empfunden zu werden.

Griechenland und hier insbesondere die neue griechische Regierung dürfte sich zumindest was die deutsche Regierung betrifft keines Rückhalts mehr sicher sein.

Griechenland will deutsche Immobilien pfänden lassen

Zwischenzeitlich droht Griechenland sogar damit deutsche Immobilien in Griechenland pfänden zu lassen. Rechtsexperten sind sich derweil einig, dass dies mit europäischem Recht nicht vereinbar ist.

Zwischenzeitlich scheint sich sogar die Sichtweise vieler Griechen zu wandeln. Die griechische Regierung scheint ihre Vorschusslorbeeren abgegeben zu haben.

Lediglich eine überzeugende diplomatische Kehrtwende mit deutliche Entschuldigung in Richtung Berlin könnte noch retten was zu retten ist.

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Bsp. Grafik: Griechenland (c) cc/zc

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