Google Art Project: Wird das Museum bald überflüssig?

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Mit dem Düsseldorfer Museum „Kunstpalast“ präsentiert sich das erste nordrhein-westfälische Museum im neuen „Google Art Project“.

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In der Online-Kunstgalerie kann der Besucher virtuell die Museen der Welt besuchen und die Exponate online betrachten.

Google Art Project: Globales Online-Museum?

Ob das Museum of Modern Art oder weitere der 151 im Google Art Project vertretenen Museen, der Zusammenschluss zu einer Art globalem Online-Museum lässt bequem per Mausklick, und ohne Eintritt Kunst und Kultur genießen. Nun tritt auch der Düsseldorfer Kunstpalast hinzu.

Die Museumsleitung ist von den Vorzügen der digitalen Exponat-Präsentation bei Google überzeugt. Vor einem Jahr begann das ambitionierte Kunstprojekt bei Google.

Projekt birgt enorme Risiken

Zwischenzeitlich gab es schon über 20 Millionen Klicks bei Google Art Project. Hierzu fuhren Kamerawagen die Kunstsäle der Welt ab und fotografierten die Exponate aus verschiedenen Perspektiven.

Was von Google gerne als globaler und kostenfreier Kunsttransfer angepriesen wird, birgt jedoch auch enorme Risiken, allerdings nur für die Museen, nicht für Google.

Wenn jemand in 3D-Qualität Kunstexponate und Sammlungen online sehen kann, warum sollte er dann noch direkt vor Ort erscheinen? Warum sich in die Schlangen wartender Menschen einreihen, wenn es vom Sofa mit wenigen Klicks zu erledigen ist?

So argumentieren Gegner des Projektes. Hinzu kommt das Argument, dass die Museen durch die Online-Präsentation weniger Einnahmen generieren könnten und somit noch weniger Geld für Kultur zur Verfügung steht.

Zudem können Kriminelle online bestimmte Exponate ins Auge fassen und durch die Online-Präsentation zum Teil Rückschlüsse auf die Sicherheitsmaßnahmen ziehen.

Befürworter: Kostenfreier Zugang zu Kultur möglich

Befürworter sehen hingegen den kostenlosen Zugang zu den Kulturgütern der Welt als großen Vorteil an. Allerdings sollten die Befürworter bedenken, dass Google durch sein Projekt in erster Linie Geld verdienen will.

Insofern stellt sich hier die Frage, ob das Google Art Project nicht in Wahrheit ein Ausverkauf von Kulturgütern zugunsten des Suchmaschinengiganten ist.

Zudem stellen Kritiker die berechtigte Frage, warum immer mehr Museen und Bibliotheken ihre Schätze freiwillig einem Quasi-Monopolisten übergeben.

Insofern stellt die oftmals unkritische Betrachtung der Museumsleitungen geradezu ein Paradebeispiel von Naivität im Umgang mit den neuen Medien dar.

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Bsp. Grafik: Google Art Project / Museum (c) ma

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