Flüchtlinge in Deutschland: Wo liegt eigentlich das Problem?

Stephan Frey
Stephan Frey
8 min Lesezeit

Während die Politik hinsichtlich der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge einen Schlingerkurs fährt, bleiben die Hardliner in den anonymen Internetforen weiterhin bei ihren Hasstiraden und die helfenden Hände kümmern sich aktiv um die Flüchtlinge.

pegida-demo-dresden-facebook-lutz-bachmann

Nachdem die Bundesregierung kurzfristig die Grenzen wieder kontrollieren ließ, ebbte der Zuzug von Flüchtlingen ab.

Erinnerungen an 1933-1945 werden wach

Dies lag aber offenbar weniger an den Grenzkontrollen in Deutschland als vielmehr an der rigorosen Abschottung durch den neugebauten Zaun an der Grenze von Serbien zu Ungarn. Derweil tobt der Fremdenhass im Internet und treibt dort seine schlimmsten Blüten.

Wer die Einträge teilweise liest, fühlt sich eher in die Zeit von 1933 bis 1945 zurückversetzt als ins 21. Jahrhundert. Letztlich darf nicht vergessen werden, dass Deutschland sich im demographischen Wandel befindet und die Bevölkerung insgesamt zurückgeht.

Millionen Flüchtlinge stellt kein Problem dar

Selbst wenn jedes Jahr eine Million neuer Flüchtlinge nach Deutschland kommen würde, stieg die Bevölkerungszahl nur geringfügig, da durch den Sterbeüberschuss der Anstieg abgemildert würde. Zudem stellt sich auch die Frage, wo das Problem liegt, Flüchtlinge für dessen Situation Deutschland durch die Rüstungsexporte in den Nahen Osten letztlich mitverantwortlich ist, aufzunehmen?

Letztlich fällt der Politik nun all das auf die Füße, was in den vergangenen Jahrzehnten verpasst wurde. Der akute Zuzug von Flüchtlingen dokumentiert dies in eindrucksvoller Art und Weise. Sowohl der soziale Wohnungsbau wurde jahrelang vernachlässigt wie auch eine Integration der hier bereits lebenden Migrantinnen und Migranten.

Ghetto reloaded

Stattdessen wurden die Ghettos wie in den 1960´er Jahren bei den Gastarbeitern aus Spanien, Italien Griechenland und der Türkei erneut eingerichtet, diesmal heißen sie nur anders, nämlich Ayslbewerberheim. Durch die Bildung neuer Ghettos in Form von Asylunterkünften ist Integration eher eine Ausnahmeerscheinung.

Letztlich ist die heute bestehende Situation in Syrien, im Irak, und in zahlreichen afrikanischen Ländern nur Ausdruck dessen, wovon sich die westliche Welt jahrzehntelang es hat gut gehen lassen. Nun wo die Folge der verfehlten Politik nach Deutschland drängt, wollen wir nun auch noch die Opfer unserer eigenen Verfehlungen von uns weisen.

Kritiker argumentieren mit christlicher Tradition: Die Befürworter auch

Kritiker des Zuzugs von Flüchtlingen verweisen in diesem Zusammenhang gerne darauf, dass Deutschland ein Land in christlicher Tradition sei und dass zahlreiche Flüchtlinge aus der islamischen Welt mit islamischen Glauben zu uns kommen. In der Tat ist Deutschland ein Land mit christlicher Tradition!

Das bedeutet aber auch, dass nach den Regeln der Bibel jeder seinen Nächsten so lieben soll wie sich selbst. Dabei ist es unerheblich, ob der „Nächste“ Moslem, Christ, Buddhist, oder Atheist ist.

Hasstiraden im Netz: Grundgesetz schiebt Riegel vor

In Bezug auf die Hasstiraden im Internet ist zu sagen, dass all das was nur hinter vorgehaltener Hand öffentlich kundgetan wird, im Internet anonym von sich gegeben wird. Das Grundgesetz verbietet jedoch die Entfaltung der eigenen Persönlichkeit, sofern die Grundrechte (die übrigens in Bezug auf die grundrechtsgleichen Menschenrechte auch für jeden Nicht-Deutschen gelten) anderer Menschen betroffen sind.

Insofern hat Justizminister Heiko Maas recht damit, wenn er beispielsweise Facebook anweisen will, Hasstiraden aus dem Netz zu nehmen. Andererseits dürfte sich der Hass dann anderweitig Luft verschaffen.

Angela Merkel übt Drahtseilakt

Angela Merkel indes steht zwischen den Stühlen. Einerseits sieht sie die Probleme der Flüchtlinge und will ihn auch von ganzem Herzen helfen, andererseits sieht sie aber auch die langsam kippende Stimmung im Lande und versucht insbesondere durch den zunehmenden Druck aus Bayern einen schwierigen Drahtseilakt.

Trotzdem will die Bundeskanzlerin Flüchtlinge in Deutschland auch weiterhin freundlich empfangen. Eine Lösung der Flüchtlingskrise kann jedoch nur durch die europäische Gemeinschaft und die Vereinten Nationen erreicht werden. Schwafeleien wie die, dass doch die Situation der Menschen in den Herkunftsländern verbessert werden soll, stellen sich dabei regelrecht zynisch dar.

Denn gerade weil die Situation so unerträglich ist, flüchten die Menschen. Insbesondere zahlreiche christliche Syrer sind ebenfalls unter den Flüchtlingen. Soviel zum Thema Deutschland ist ein Land mit christlicher Tradition!

„Wir sind das Volk“: Tritt in den Allerwertesten für Bürgerrechtsbewegung der DDR

In Bezug auf den wütenden Mob, insbesondere auf Straßen der neuen Bundesländer ist zu sagen, dass Rufe wie “Wir sind das Volk“ gleichzeitig ein Tritt in den Allerwertesten für all jene ist, die 1989 für Freiheit und Demokratie in der ehemaligen DDR auf die Straße gegangen sind. Denn im Gegensatz zu den dummen Parolen und Entlehnungen der heutigen Asylgegner lauteten die damaligen Ziele der Bürgerrechtsbewegung Freiheit, Demokratie und Frieden.

Deutschland hat kein Problem mit Flüchtlingen: Deutschland hat ein Problem mit seinem Egoismus

Deutschland hat kein Problem mit Flüchtlingen, Deutschland hat auch kein Problem damit, die Flüchtlinge zu integrieren, Deutschland hat lediglich ein Problem mit seinem Egoismus und einer verfehlten Politik, die zahlreiche Menschen ausgrenzt und an den gesellschaftlichen Rand stellt.

Dass diese Menschen letztlich Angst haben, von ihnen “Fremden“ noch weiter an den Rand gedrängt zu werden, ist nachvollziehbar. Insofern ist ein Stück weit der in unserem Land herrschende Fremdenhass auch einer verfehlten Sozialpolitik der vergangenen Jahre, insbesondere im Rahmen der so genannten Agenda 2010, zuzuordnen.

Studie: Auch Deutsche werden bald zu Flüchtlingen

Für die Flüchtlinge sind all diese Argumente kein Trost, das einzige was hilft ist moralische und materielle Unterstützung. Und wer weiß, vielleicht kommt eines Tages der Zeitpunkt, an dem Deutsche nach Syrien, Eritrea oder Nigeria oder in den Irak flüchten müssen.

Als einer der Gründe hierfür mag beispielsweise der Meeresspiegelanstieg herhalten. Denn neue Studien dokumentieren einen dramatischen Meeresspiegelanstieg, der auch sämtliche nördliche Bundesländer betreffen würde.

Auch die Niederlande, Belgien, Teile Frankreichs, Großbritannien, Griechenland und viele weitere Länder mit Anbindung ans Meer würden hierdurch zu Flüchtenden. Da dies aber gegenwärtig kein realer Zustand ist, sondern nur eine “Utopie“ wird diese „Utopie“ schnell von sich weggewischt und wieder auf contra Flüchtlingen umgestellt.

Wie heißt es doch in der Bibel: “Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, was also wenn der Nächste ein Syrer, ein Iraker, oder ein Nigerianer ist? Einfach lieb haben und als Mensch annehmen.

Weitere News: Pegida: Deutsche Fundamentalisten hetzen gegen den Islam!


Bsp. Grafik zum Artikel: (c) mz

Diese News teilen
1 Kommentar
  • Sie sind demagogische Faschisten, Sie treiben mit ihrem Lügenkrieg Deutschland in das dritte Reich, Sie Faschisten! Keine Glatzen aus Sachsen. Schande über Sie!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert