ESA Rosetta-Mission: „Philae“ Lander nicht verankert

Stephan Frey
Stephan Frey
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Rosetta-Mission: Sorge um Missionserfolg bei Rosetta-Sonde „Philae“, Lander-Harpune nicht richtig verankert – Die europäische Raumsonde Rosetta hat am Mittwoch das Landemodul Philae abgesetzt, mit dem Ziel auf dem Kometen Tschury (Tschurjumow-Gerasimenko) zu landen.

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Das Manöver glich der Schwierigkeit aus 10.000 Kilometer Entfernung einer Fliege mit einem Laserstrahl das rechte Auge zu blenden.

Landung dauerte sieben Stunden

Dennoch gelang das Unmögliche. Die Sonde Rosetta setzte das Landemodul erfolgreich ab und dieses landete offenbar auch tatsächlich auf dem Kometen. Wissenschaftler sprechen von einem ähnlichen Meilenstein wie es damals 1969 die Mondlandung für die Menschheit darstellte. Erstmals gelang der Menschheit damit die Landung auf einem Kometen.

Die Schwerkraft des liebevoll als Tschury bezeichneten Kometen ist dabei derart gering, dass der freie Fall aus einer Höhe von rund 22 Kilometern rund sieben Stunden dauerte.

Das Landegewicht von Philae glich dabei einem etwa ein Gramm schweren Gegenstand der auf die Erde fiel. Kurz nach 17:00 Uhr brannte im Kontrollzentrum in Darmstadt tosender Applaus auf.

Gegen 18 Uhr wurden offenbar Probleme mit dem Landemodul vermeldet

Wurde doch die erfolgreiche Landung auf dem Kometen vermeldet. Rund eine Stunde später wurde der Jubel jedoch durch Daten des Landungsmoduls gedämpft, die offenbar Probleme bei der Landung aufzeigten.

Demnach haben sich die Harpunen, die das Landemodul auf dem Kometen fixieren sollten, nicht wie vorgesehen, in das Gestein von Tschury gerammt.

Dadurch besteht die Gefahr, dass Philae wieder von dem Kometen abhebt und möglicherweise in den Weiten des Alls verschwindet. Dass das Landemodul möglicherweise tatsächlich wieder die Oberfläche des Kometen verlassen hat, zeigen offenbar erste Daten.

Funkkontakt brach planmäßig am Abend ab

Wie es dem Landemodul tatsächlich geht kann im Moment jedoch noch niemand abschätzen. Gegen Abend verschwand Rosetta hinter dem Horizont und unterbrach damit bis etwa 5:00 Uhr morgens am Donnerstag die Funkverbindung zu dem Landemodul.

Die Ingenieure im Kontrollzentrum wollen nun versuchen das Landemodul so zu programmieren, dass möglicherweise die Harpunen nach dem neuerlichen Funkkontakt doch noch einmal versucht werden zu aktivieren.

Da die Signale von der Erde zu denen Modul etwa 30-40 Minuten benötigen und die Antwort des Landemoduls zur Erde ebenso lang auf sich warten lässt, bleibt das Ganze eine Zitterpartie.

Rosetta und Philae haben der Wissenschaft bereits sehr große Dienste erwiesen

Außerdem könnte durch eine mögliche Erschütterung beim Ausfahren der Harpunen das Landemodul erneut vom Kometen abheben. Die Wissenschaftler sind jedoch zuversichtlich, die Probleme in den Griff zu bekommen.

Selbst wenn die Mission zu diesem Zeitpunkt bereits beendet würde, wäre es ein Meilenstein in der Raumfahrt.

Die Daten die die Raumsonde Rosetta zur Erde gefunkt hat und die ersten Bilder des Landemoduls sowie der Raumsonde Rosetta haben die Kenntnisse über Kometen nicht nur gefestigt sondern für zukünftige Forschergenerationen weitergehende Erkenntnisse gewonnen. Insofern darf in jedem Fall bei der ESA und insbesondere auch in Darmstadt gejubelt werden.

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Bsp. Grafik zum Artikel: Rosetta-Mission / Philae Lander (c) cc/europeanspaceagency

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