Ergebnis Bundespräsidentenwahl 2012: Joachim Gaucks „schöner Sonntag“

Newscentral
Newscentral
4 min Lesezeit
Ergebnis Bundespräsidentenwahl 2012 News

Ergebnis der Bundespräsidentenwahl 2012 sieht Joachim Gauck als Gewinner: Joachim Gauck ist bei der Abstimmung zum 11. Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt worden. Im ersten Wahlgang erhielt der einstige DDR-Bürgerrechtler 991 Stimmen.

Ergebnis Bundespräsidentenwahl 2012 News

108 Delegierte enthielten sich bei der Wahl Joachim Gaucks zum Bundespräsidenten der Stimme.

Beate Klarsfeld: 3 Stimmen aus anderen politischen Lagern erhalten

Gaucks Gegenkandidatin Beate Klarsfeld erhielt 126 Stimmen und damit drei Stimmen mehr als die sie nominierenden Linken Wahlleute entsenden. 

Die Anzahl der Enthaltungen gilt als kleine Überraschung, da Gauck von einer breiten Mehrheit aus Union, SPD, Grünen und FDP vorgeschlagen wurde.

Joachim Gauck: 90 Prozent der abgegebenen Stimmen erhalten

Bedingt durch Krankheitsfälle stimmten nur 1094 Wahlmänner und Wahlfrauen ab. Dennoch erhielt Joachim Gauck knapp 90 Prozent der abgegebenen Stimmen.

Neben den Wahlmännern der SPD, der Union, der FDP den Grünen und der Linken, gab es zudem Delegierte der Freien Wähler, des aus Schleswig Holstein stammenden südschleswigschen Wählerverbandes, der Piratenpartei und der rechtsextremen NPD.

Bundespräsident Gauck: Bedeutung der Freiheit und Demokratie betont

In seiner Rede sprach Bundespräsident Joachim Gauck über das Geschenk der Freiheit. Demnach bezeichnete er den in vielfacher Hinsicht historischen 18. März als schönen Sonntag.

Am 18. März vor 22 Jahren wählten die Bürger der ehemaligen DDR zum ersten Mal in Freiheit ein eigenes Parlament. Gauck ging darauf ein, dass Freiheit und Demokratie zwei untrennbare Ebenen sind.

Bundesversammlung: Deutliches Zeichen gegen Rechts gesetzt

Mit seiner Rede, die die Freiheit als Grundlage seines Eintretens für Demokratie definiert, trifft er zugleich auch die rechtsextreme NPD ins Mark, die vor dem eigentlichen Wahlgang durch Geschäftsordnungs- anträge versuchte die Demokratie in ihren Grundfesten zu erschüttern.

Bis auf die drei NPD-Wahlmänner stellte sich denn auch die Bundesversammlung geschlossen gegen die Geschäftsordnungs- anträge und demonstrierte damit ebenfalls den Eintritt für Freiheit und Demokratie.

Die NPD hatte ebenfalls einen eigenen Kandidaten nominiert, Olaf Rose, ein zweifelhafter Historiker mit der starken Tendenz, historische Tatsachen im Sinne der rechtsextremen Ideologie zu verdrehen und damit viele Angehöriger der Opfer des Holocaust und der noch lebenden Opfer verhöhnt.

Der NPD-Kandidat erhielt bei der Wahlversammlung nur die drei Stimmen der NPD.

Weitere News: Daniela Schadt und Joachim Gauck: Hochzeit für das höchste Staatsamt?

Joachim Gauck: Vor Angeghörigen der NSU-Opfer verneigt

Joachim Gauck ist somit als Bundespräsident auch zugleich ein Symbol für den Kampf gegen rechtsextremistische Tendenzen.

Dies kam auch direkt nach der Annahme seiner Wahl zum Ausdruck, als er sich vor einer als Wahlfrau aufgestellten Angehörigen der Opfer der rechtsextremen NSU verneigte und dieser ganz fest die Hand drückte, um seinen Beistand zu bekunden.

Mit Bundespräsident Joachim Gauck hat Deutschland die Chance die Bedeutung der Demokratie und der Freiheit wieder zu erlernen und somit einen Beitrag für mehr Völkerverständigung zu leisten.

Es bleibt nur, dem neuen Bundespräsidenten Joachim Gauck viel Kraft und Mut für sein Amt zu wünschen.

Joachim Gauck -- 11. Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland.


Bsp. Grafik: Ergebnis Bundespräsidentenwahl 2012 / Joachim Gauck (c) hw

Diese News teilen
4 Kommentare
  • Nun, der Mann mag vielleicht Ecken und Kanten haben und manches ganz anders und -in meinen Augen falsch- sehen und handeln. Aber das ist ein Mann, kein Windbeutel wie ach so viele Berufswindbeutel und Politikerdarsteller.

  • So, jetzt haben diese sogenannten Volksvertreter einen Mann ins höchste Amt gehieft, der an ein höheres Wesen glaubt, Kritik am Kapitalismus und Massenverarmung lächerlich findet und dafür Hartz IV ganz toll findet.
    Da muss ich wohl in eine Partei eintreten, damit sich was ändert.

  • Ganz ehrlich: Dieses Amt gehört schon seit langem abgeschafft, war ja nur ein Ersatz für den abgetretenen Kaiser, um die Bevölkerung im Glauben zu lassen, dass es ihn wenigstens als RP noch gibt…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert