Erdbeben Italien: Beben der Stärke 5,3 in Süditalien

Stephan Frey
Stephan Frey
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Erdbeben Italien aktuell News

Erneutes Erdbeben in Italien: Am 26. Oktober 2012 um 1:05 Ortszeit hat sich aktuell in Kalabrien im Süden von Italien ein Erdbeben der Stärke 5,3 ereignet.

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Die Position des Bebens lag in etwa 3,8 Kilometer Tiefe.

Italien: Häuser und Kirchen wurden beschädigt

Das Epizentrum des Bebens lag etwa fünf Kilometer von Morano Calabro und etwa 11 Kilometer von Castrovillari, sowie 24 Kilometer von Scalea und 21 Kilometer von Cassano al Ionio entfernt.

Die Hauptstadt Rom indes lag rund 371 Kilometer vom Epizentrum entfernt. Insbesondere Morano Calabro wurde von dem Beben besonders stark getroffen. Die Stadt befindet sich in der Provinz Cosenza in Kalabrien.

Ein Mann starb bei dem Beben an den Folgen eines Herzinfarktes

Viele Menschen liefen vor Panik auf die Straße. Zahlreiche Häuser und auch zahlreiche Kirchen wurden beschädigt.

In dem Ort Scalea starb ein 84-jähriger Mann an einem Herzinfarkt. Noch in rund 160 Kilometern konnte das Beben noch wahrgenommen werden. Bisher gab es zahlreiche Nachbeben in Italien. Das stärkste Nachbeben hatte eine Stärke von 3,0 auf der Richterskala.

Die erste Meldung über den Tod des 84-jährigen Mannes stammte von der italienischen Nachrichtenagentur Ansa. Immer wieder bebt in Italien die Erde.

Italien liegt auf der tektonisch aktiven eurasischen Platte. Diese grenzt an die afrikanische Erdplatte. Das Land zählt zu den geologisch-tektonisch aktivsten Ländern in Europa.

Sizilien wird geologisch getrennt

Neben der Plattentektonik ist Italien geologisch besonders durch den Vulkanismus gekennzeichnet. Durch das nach oben gedrückte Magma werden Gesteinsmassen allmählich nach oben gedrückt.

Sizilien beispielsweise wird auf lange Sicht auseinanderbrechen. Dieser Prozess ist unaufhaltsam. Während Catania und die Ostküste Siziliens nach Norden driften, bewegt sich Westsizilien nach Nordosten.

Italien bewegt sich pro Jahr einen halben Zentimeter

Aufgrund dieser plattentektonischen Bewegungen wird eines fernen Tages ganz Italien zerreißen. Auch wenn es wenig erscheint, jedes Jahr bewegt sich ganz Italien rund einen halben Zentimeter.

Für Gebäude könnten so einige Jahre bereits das Ende bedeuten. Dies gilt insbesondere für denkmalgeschützte Bauten aus Der Römerzeit.

Rom beispielsweise bewegt sich pro Jahr zwei Millimeter weiter nach Norden. Der Norden Italiens wandert gegen den Uhrzeigersinn, der Süden hingegen wandert in Richtung des Uhrzeigersinns.

Global Earthquake Update and Alert

Touristen der Zukunft finden zwischen Sizilien und Kalabrien kein Wasser mehr vor

Diese gegenläufigen Bewegungen lassen sich mit dem gegenläufigen Drehen eines Zweiges vergleichen. Irgendwann zerbricht der gegenläufig gedrehte Zweig beziehungsweise zersplittert.

So wird es auch Italien eines Tages ergehen. Auch der Tourismus wird sich spätestens in 100000 Jahren auf andere Urlauber einstellen müssen.

Denn sonnenhungrige Strandtouristen werden bis auf eine kleine Meerenge zwischen Sizilien und Kalabrien in der Region kein Wasser mehr vorfinden. Der Meeresgrund wird angehoben und Ostsizilien wird an Kalabrien herangeschoben.

Geologisch betrachtet sind derartige Prozesse jedoch nichts Besonderes. Die Alpen beispielsweise lagen vor rund 250 Millionen Jahren teilweise unter Wasser, als Teil eines Meeres.

Noch heute finden sich Ablagerungen (Fossilien) von Muscheln und Ammoniten in Alpengestein aus der Zeit der Obertrias (etwa 210 Millionen Jahre vor heute).

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Bsp. Grafik: Erdbeben Italien 2012 / Aktuell (c) thl

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