Detroit Pleite 2013: Auto-Stadt meldet Insolvenz an

Stephan Frey
Stephan Frey
4 min Lesezeit

Detroit Pleite im Juli 2013: Insolvenz angemeldet, Bankrott und Konkurs für die Auto-Stadt – Das einstige Mekka der US-Autoindustrie, Detroit, ist insolvent.

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Die Stadt im US-Staat Michigan hat einen Insolvenzantrag bei Gericht eingereicht.

Detroit: Sonderfinanzverwalter eingesetzt

Wie der Gouverneur des Staates Michigan, Rick Snyder, mitteilt, ist dies der einzige Weg der Stadt zu einem soliden Haushalt zu verhelfen.

Erst im März 2013 hatte der Gouverneur des US-Bundesstaates einen Sonderfinanzverwalter für Detroit eingesetzt, um die Finanzlage der Stadt zu sondieren. Damals bestand die vage Hoffnung, die Stadt ohne einen Insolvenzantrag sanieren zu können.

Da Detroit jedoch im Jahr 2013 mit einer Summe in Milliardenhöhe überschuldet ist, war der Insolvenzantrag der einzige Weg, um zu einer soliden Finanzsituation zurück zu gelangen. Derweil sprach der Bürgermeister der betroffenen Stadt, Dave Bing, von einem “schwierigen Tag“.

US-Regierung: Probleme müssen vor Ort gelöst werden

Die Gläubiger der Stadt Detroit müssen nun große Verluste verkraften. Ihnen wird am Ende wohl nur ein Bruchteil der ursprünglichen Forderungen bleiben. Seit dem Jahr 2008 haben die Ausgaben die Einnahmen jedes Jahr um etwa 100 Million US-Dollar überstiegen.

Allein die Zinszahlungen machen rund 20 Prozent des städtischen Haushaltes 2013 von Detroit aus. Hinzu kommen Pensionsverpflichtungen für ehemalige Mitarbeiter in Milliardenhöhe. Der eingesetzte Sonderfinanzverwalter Kevyn Orr hofft derweil, dass die Stadt bereits im kommenden Jahr wieder aus der Insolvenz herausgeholt werden könne.

Derweil hat die US-Regierung bereits mitgeteilt, keine Hilfe für die insolvente Kommune zur Verfügung zu stellen. Eine Sprecherin von US-Präsident Barack Obama sagte gegenüber der Presse, dass die Probleme vor Ort gelöst werden müssten.

Dennoch würde das Weiße Haus die Lage vor Ort sehr genau beobachten und an der “engen Partnerschaft mit Detroit festhalten“, so die Sprecherin. Derart lose Floskeln helfen der insolventen Metropole hingegen bei ihren Problemen in keiner Art und Weise.

Vielmehr erinnert die Vorgehensweise der US-Regierung an den Umgang der deutschen Bundesregierung im Falle der insolventen Drogeriekette Schlecker und der Werksschließung von Nokia und Opel in Bochum.

Detroit Insolvenz: Parallelen zum Ruhrgebiet

Detroit galt einst als Mekka der US-Autoindustrie. Mittlerweile beläuft sich der Schuldenberg von 18,5 Milliarden US-Dollar. Bereits im Juni 2013 wurden von der Stadt Detroit sämtliche Zahlungen an Gläubiger eingestellt. Einst hatte die Stadt 1,8 Millionen Einwohner.

Heute leben dort nur noch 685000 Menschen. Der Niedergang Detroits erinnert an den wirtschaftlichen Niedergang des Ruhrgebietes. Auch dort hat das Ende des Hauptindustriezweiges (Bergbau, Stahlindustrie) für eine hohe Arbeitslosigkeit und einen massiven Wegzug von Menschen gesorgt.

Im Gegensatz zu Detroit befindet sich der Strukturwandel des Ruhrgebiets jedoch nachweisbar auf einem guten Weg.

Dennoch sind insbesondere Kommunen wie Gelsenkirchen und Duisburg fast in der gleichen Situation wie Detroit. Im Gegensatz zu den USA werden die deutschen Kommunen jedoch durch den kommunalen Finanzausgleich vor einer Quasi-Insolvenz geschützt. Grundlage hierzu ist der Artikel 28 Absatz 2 des Grundgesetzes.

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Bsp. Grafik zum Artikel: Detroit Pleite 2013 / Insolvenz Konkurs (c) cc/Patricia Drury

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