Bundesbank: Gold-Reserven Deutschlands sollen gezählt werden

Stephan Frey
Stephan Frey
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Bundesbank Gold-Reserven Deutschland News

Bundesbank: Gold in den USA und weiteren Ländern prüfen lassen – Da Deutschland seine Gold-Reserven vornehmlich im Ausland lagert, müssen Vorurteile wohl zuweilen gepflegt werden.

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Dies mag sich auch der Bundesrechnungshof gedacht haben, als er mit der im Ausland so hoch gelobten „deutschen Gründlichkeit“ den deutschen Goldreserven auf den Grund gehen wollte.

Deutschland: Goldinventur sorgt für Diskussionen

Die Bundesbank wird nun quasi durch den Bundesrechnungshof gezwungen, eine Gold-Inventur durchzuführen. Grundsätzlich stellt eine Inventur kein Problem dar.

Der Zähler begibt sich in den Raum, in dem sich das Edelmetall befindet, und beginnt zu zählen.

So mancher Einzelhändler weiß von der Inventur ein Liedchen zu singen. Allerdings kommen bei dieser Inventur einige ungeahnte Probleme auf.

Droht ein Stellenabbau beim Bundesrechnungshof?

Zudem ist nicht bekannt, ob geheime Dossiers aufgetaucht sind, die belegen, dass Stellen beim Bundesrechnungshof abgebaut werden sollen.

Könnte doch sonst das Ansinnen des Rechnungshofes als Stellensicherungsmaßnahme noch lobenswerte Erwähnung finden, möglicherweise sogar im Schulterschluss mit den Gewerkschaften.

Banken in Bedrängnis: Haben die USA ihr Geschäftsmodell geklaut?

In jedem Fall dürfte diese Art der Inventur schwierig werden, denn das für die Bundesbank zu zählende Gold liegt zu großen Teilen in Tresoren im Ausland.

Mag sich der Rechnungshof möglicherweise sogar gedacht haben, dass die ausländischen Regierungen das deutsche Gold ohne Genehmigung für die Schuldentilgung ausgeben?

Dieser Verdacht kommt in der Tat auf, denn es soll Gerüchten zufolge insbesondere in den USA dazu gekommen sein, dass die dortige Regierung die Goldreserven Deutschlands kurzfristig verliehen hat.

Nun mögen sich deutsche Volks- und Betriebswirte darüber aufregen, dass dies ja wohl nicht korrekt sei und dass sich so etwas nicht gehöre. Dem kann eigentlich nur zugestimmt werden, eigentlich.

Denn in Wahrheit erlebt jeder Bundesbürger tagtäglich eine ähnliche Situation. Jeden ersten oder 15 gibt es Gehalt auf das Konto, gelegentlich andere Gutschriften, oftmals werden diese aber erst zum nächsten Tag gut gebucht.

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In der Zwischenzeit macht die Bank mit all den Millionen Gehältern genau das, was nun Gerüchten zufolge die USA gemacht haben sollen, nämlich fremdes Eigentum im Sinne von Krediten verleihen.

Folglich kann sich wohl, sollte die Inventur tatsächlich ergeben, dass die USA und andere Länder die deutschen Goldreserven kurz verliehen haben, die Bankenwelt nicht wirklich aufregen, denn letztlich lebt diese von diesem Geschäftsfeld.

Und die Bundesrepublik? Diese dürfte sich auch nicht wirklich aufregen, denn wer hat nicht selbst schon guten Freunden mit ein wenig Bargeld ausgeholfen, wenn diese Geld benötigten?

Insofern hilft vielleicht ein Blick nach Griechenland oder Spanien.

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Bsp. Grafik: Bundesbank Gold / Reserven-Lagerung / USA (c) rw

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2 Kommentare
  • Die aktuelle Diskussion um die Lagerstätten der deutschen Goldreserven ist keineswegs grotesk. Schließlich geht es um das Eigentum der Bürger dieses Landes. Es ist vielmehr eine Unverschämtheit das Gold außer Landes zu bringen ohne die Öffentlichkeit auch nur darüber in Kenntniss zu setzen.
    In der Zeit des kalten Krieges mag es gute Gründe gegeben haben, seit über zwanzig Jahren sind diese obsolet.
    Da es keine Goldbindung der Währung mehr gibt, dient das Gold quasi als letzte Sicherheit in Krisenzeiten. Warum das Gold nur an internationalen Handelsplätzen – an dieser Stelle stellt sich mir die Frage, ob Frankfurt kein internationaler Handelsplatz ist – als Währungsreserve dienen kann, muss Herr Thiele uns erklären. Nach der Logik der Bundesbank ist es doch vorgeblich egal, wo sich das Gold physisch befindet, solange die Lagerstätte seriös und von höchster Bonität ist. Ist die Bundesbank denn nicht seriös? Anleger oder andere Notenbanken, die gegebenenfalls künftig einen Teil der Reserven erwerben, sei es gegen Devisen oder Rohstoffe, können doch sicher sein, dass das Gold für sie sicher bei der Bundesbank in frankfurt für sie verwahrt wird. Sollten sie dennoch Zweifel haben, können sie das Gold sicherlich alle paar Jahre in Frankfurt in Augenschein nehmen, sicherlich wird die Bundesbank auch jährlich Listen mit Barrenbezeichnungen an die Eigentümer versenden.
    Davon ganz abgesehen handelt es sich bei der US-Währung inzwischen doch um keine Fluchtwährung mehr. Die USA sind extrem verschuldet und versuchen sich mit der Notenpresse zu entschulden. China sitzt auf einem riesigen Dollar-Berg und versucht diesen bei weltweiten Einkaufsturen loszuwerden. Es werden Lagerstätten mit Ölsanden in Kanada und Schieferöl in den USA sowie landwirtschaftliche Flächen in Afrika aufgekauft. Der Wert des Dollars gegenüber Rohstoffen wie Öl fällt stetig, der Ölpreis gegenüber Gold bleibt dagegen konstant. Auch wenn es derzeit weltweit noch üblich ist Öl in Dollar zu handeln, so würden die OPEC-Länder sicher gerne ihr Öl viel lieber in physischem Gold handeln. Das ist nur möglich, wenn man auch kurzfristig über die Bestände verfügt.
    Aus diesem Grunde unterstütze ich die Initiative „Holt unser Gold heim“.

  • Ich dachte immer bei Geldsachen hört die Freundschaft auf. Vor allem sollte die Bundesbank wissen, dass Vertrauen zwar gut, jedoch Kontrolle besser ist.

    Die Pressemeldung jedenfalls trotzt nur vor Vertrauensbeweisen.
    start-trading.de/blog/2012/10/25/goldlagerung-was-will-uns-die-bundesbank-sagen/

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