Briefporto-Erhöhung 2016: Standardbrief soll 70 Cent kosten

Stephan Frey
Stephan Frey
3 min Lesezeit

Briefporto-Erhöhung: Deutsche Post hebt Briefporto in Deutschland zum 1. Januar 2016 an – Die Deutsche Post plant ab dem kommenden Jahr eine weitere Briefportoerhöhung.

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Demnach soll der Standardbrief zukünftig statt 62 Cent zukünftig 70 Cent kosten.

Post begründet Portoerhöhung mit Preiskampf im Briefgeschäft

Bis zum Jahr 2018 soll dieser Preis dann Bestand haben. Damit wäre es die dritte Preiserhöhung infolge. Während im Jahr 2013 der Standardbrief noch 58 Cent kostete, wurde er im Jahr 2014 bereits auf 60 Cent Briefporto erhöht und im Jahr 2015 auf 62 Cent für den Standardbrief.

Der Chef der Post, Appel, begründete die Portoerhöhungen damit, dass sein Unternehmen genug Geld erwirtschaften müsse, um im Konkurrenzkampf bestehen zu können. Im Briefgeschäft kämpft die Deutsche Post gegen zahlreiche Billig-Konkurrenten.

Bundesnetzagentur wird Preiserhöhung wohl zustimmen

Während beim Briefgeschäft die Post keine Gewinne einfährt, steigt der Gewinn in der Paketbranche deutlich. Der Umsatz betrug im Jahr 2014 hier 15,7 Milliarden Euro.

Der Gewinn betrug 1,3 Milliarden Euro. Dadurch, dass die Bundesnetzagentur der Post einen erhöhten Preisgestaltungsspielraum zugebilligt hatte, darf die Post nunmehr offenbar auch das Porto erneut erhöhen.

Dennoch will die Bundesnetzagentur über eine weitere Briefportoerhöhung Ende November entscheiden. Die Erlaubnis zur Erhöhung des Briefportos gilt aber nahezu als sicher.

Privatisierung der Post ein großer Fehler?

Der Standardbrief kann ein Gewicht von bis zu 20 Gramm haben und würde zukünftig dann acht Cent mehr kosten. Letztlich stellt sich die Privatisierung der Deutschen Post genauso wie die Privatisierung der Bahn zumindest aus Verbrauchersicht als großer Fehler dar.

Auch die Privatisierung der Deutschen Bahn offenbart, dass der Service immer weiter zurückgefahren wird, die Preise aber stetig ansteigen. Auch wenn der Grundgedanke eines Wettbewerbs seitens der Politik sicher gut gemeint war, stellt sich immer öfters heraus, dass Gewinne privatisiert und Verluste der Allgemeinheit aufgebürdet werden.

Dies geschieht auch hier. Da der Briefverkehr immer noch zu einem der wichtigsten Kommunikationswege zählt, muss auch jeder einzelne Bundesbürger die Verluste aus dem Briefgeschäft durch die Preiserhöhung mitfinanzieren.

Insofern stellt sich die Frage, ob nicht einige privatisierte Unternehmen wieder zurück in staatliche Hand gegeben werden sollten? Zumindest für die Post und die Deutsche Bahn wäre dies ein gangbarer Weg, der auch in der Mehrheit der Bevölkerung sicherlich viele Anhänger finden würde. Einzig die Telekom scheint den Weg in die Privatisierung mit Bravour gemeistert zu haben.

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Bsp. Grafik zum Artikel: Briefporto Erhöhung 2016 (c) cc/sludgegulper

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