Anti Aids-Pille „Truvada“: Kommt jetzt Woodstock 2.0?

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Anti Aids-Pille „Truvada“ als wirksame Prävention gegen HIV? Freie Liebe für freie Menschen, so oder ähnlich war das Motto der Hippie-Bewegung zu Zeiten von Woodstock und Co.

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Spätestens seit AIDS und der Gefahr des HIV-Virus ist diese Unbekümmertheit in Sachen Liebe verflogen.

Bisher galt einzig: Kondome schützen

Bisher galt als einzig sicherer Schutz vor einer HIV-Infektion die Benutzung von Kondomen.

Das könnte sich bald ändern, denn nun steht eine pharmakologische Substanz, eine „Anti Aids-Pille“, vor der Zulassung, die vor einer HIV-Infektion schützen soll.

Ein eingesetzter Expertenrat hat nun beschlossen, Truvada, so der Name des Medikamentes, alsbald auf dem US-amerikanischen Markt zuzulassen.

Anti HIV-Pille: Monatspackung kostet 1200 US-Dollar

Derzeit kostet eine Monatspackung der Arznei allerdings noch rund 1200 US-Dollar. Die Expertenrunde hat mit einer Mehrheit von19 zu drei Stimmen die Zulassung bei heterosexuellen Paaren beantragt.

Bei homosexuellen Paaren und weiteren sexuellen Risikogruppen gab es hingegen mehr Bedenken. Hier lag das Abstimmungsergebnis bei 12 zu acht Stimmen.

Einige Wissenschaftler warnten jedoch bereits vor der Einnahme der Anti Aids-Pille. So habe Truvada bei gesunden Personen mitunter hohe Nebenwirkungen.

Truvada: 25 Prozent-Gefahr einer Infektion besteht weiter

Gesundheitswissenschaftler sehen indes die Gefahr für weitere Infektionen als gegeben an.

So gibt es bei Truvada nur eine Schutzquote von etwa 75 Prozent. In 25 Prozent der Fälle könnte also eine Infektion trotzdem auftreten.

Gegner der Zulassung sind zudem auch deshalb besorgt, weil nun der Umgang mit der Sexualität zukünftig nach dem Motto ablaufen könnte, „Pille einwerfen und ab geht die Post“.

Besonders die Gefahr, dass durch die Anti-Aids-Pille gefühlt ein hundertprozentiger Schutz vor einer Ansteckung besteht, könnte zu einem sorgloseren Umgang mit der Sexualität verleiten.

Da kann es dann auch durchaus einmal passieren, die Pille vorher zu vergessen, was dann passieren könnte, mögen sich die Betroffenen derzeit kaum auszumalen. Ob die Anti HIV-Pille also als hilfreich, oder eher als gegenteilig empfunden werden kann, bleibt daher abzuwarten.

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Bsp. Grafik: HIV / Anti Aids-Pille „Truvada“ (c) hp

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2 Kommentare
  • Naja…75% klingt doch noch sehr stark nach russisch Roulette… Ich finde es toll, dass es an dieser Front endlich einmal Fortschritte gibt, aber solange es keinen annähernd sicheren Schutz gibt, ebnet die Herausgabe solcher medis den Weg für einen zu legeren Umgang mit dem Thema.

  • Es ist also auch so, dass die 75% nichtmal erreicht worden sind – vor allem ist das Risiko nach wie vor da. Bei Gummis ist, sofern korrekt verwendet und keine Pannen, das Risiko dann doch deutlich geringer. Ich würde so gesehen nicht auf dieses Medikament vertrauen.

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