Ansgar Heveling, CDU: Kreuzritter 2.0 im Kampf gegen das Böse

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Ansgar-Heveling-CDU-Bundestag

Ansgar Heveling, CDU: Der bisher als unauffälliger Hinterbänkler im Bundestag agierende Ansgar Heveling erlangte durch seinen Gastkommentar im Handelsblatt zum Thema „Internet und geistiges Eigentum“ über Nacht Berühmtheit.

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Allerdings ist fraglich, ob den betroffenen MdB-Abgeordneten Ansgar Heveling diese plötzliche Bekanntheit gut zu Gesicht steht, ergießt sich doch Hohn und Spott über den 39-jährigen, der seit 2009 Mitglied des Bundestages ist.

Heveling: „Ihr werdet den Kampf verlieren“

In seinem Gastkommentar für das Handelsblatt ging es inhaltlich um die Gesetze zum Urheberrecht, vielfach bekannt als „Sopa und „Pipa“.

So beschreibt Heveling in seinem Kommentar indirekt die Teilnehmer der digitalen Welt als intolerant gegenüber der realen Welt. Heveling umschreibt dies mit dem Begriff „Dinosaurier“.

Auch spricht Heveling von einer „Revolution, die, wie alle Revolutionen auf die Mehrheitsverhältnisse der Gesellschaft nie wirklich Rücksicht genommen habe“.

Ob Heveling dabei auch die Revolution von 1989 vor Augen hatte, mit dem Leitspruch „Wir sind das Volk“ ist indes nicht bekannt.

Ansgar Heveling beschreibt das Internet als martialische Bestie, die den realen Menschen versucht seinen Willen aufzudrücken.

Mit martialischen Drohungen in Richtung Internetgemeinde wie „Ihr werdet den Kampf verlieren“, stellt Heveling eine Realität dar, die so nicht existiert.

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Ansgar Heveling: Web 3.0 in Aussicht?

Zudem sieht Heveling für das Internet keine Zukunft. So sei seiner Meinung nach das Web 2.0 bald schon Geschichte.

Ob er als Bundestagsabgeordneter hier über Insiderwissen im Sinne eines sich anbahnendes Web 3.0 oder zumindest 2.01 verfügt, oder ob er das Internet als Teufelswerk abtut, bleibt zumindest auf spannende Art und Weise offen.

Interessant ist indes die Tatsache, dass Heveling in seinem Gastkommentar Internetaktivisten samt deren Verständnis vom Urheberrecht als „digitale Maoisten“ bezeichnet.

Zugleich bezeichnet er sich als geschichtsbewussten Politiker, der statt Googles Suchergebnisse lieber Goethe und die Bibel, wenn möglich in gebundener Form zitiert haben will.

Ist Heveling somit ein erzkonservativer Jungspund im Sinne eines Anti-Nerds oder gar ein Kreuzritter 2.0 der gegen die „digitalen Raubritter“ des 21.Jahrhunderts aufbegehrt, also quasi ein Robin Hood der realen Welt?

Oder sieht sich Heveling als Anti-Internetpapst, der die realen Taten als moralische Komponente einer sich zügellos im Internet ausbreitenden Welt im Sinne eines Sodom und Gomorrha eingedämmt sehen will?

Wer sich die Internetseite des Abgeordneten ansieht und seine Worte in Bezug zu seinen Lebensstationen betrachtet, der wird Interessantes finden.

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Soziologen: Ansgar Heveling als Forschungsobjekt der Sozialisation

Jeder Soziologe oder frühkindliche Pädagoge hätte am Beispiel Ansgar Heveling ein interessantes Forschungsfeld gefunden.

So besuchte er eine katholische Grundschule im erzkatholischen Korschenbroich im Kreis Neuss bei Düsseldorf.

Er besuchte ferner das Stiftische Gymnasium in Mönchengladbach, welches explizit einen kritischen Umgang mit den modernen Medien auf seine Fahnen geschrieben hat.

Seine martialische Wortwahl erlangte Heveling wohl bei der Bundeswehr beim Panzeraufklärungsbataillon. Seine weitere Prägung erlangte Heveling im Rahmen seines Jura-Studiums.

Im Zuge seines Referendariats kam Ansgar Heveling dann zum bischöflichen Generalvikariat nach Aachen. Ehrenamtlich ist der Abgeordnete in der katholischen Pfarrgemeinde in Korschenbroich engagiert.

Daneben gehört er der Schützenbruderschaft in Korschenbroich und Neuss an.

Wer den Lebenslauf und seine Sozialisationsphasen genau gelesen hat, der sieht also, dass Heveling in großen Teilen im Sinne der katholischen Glaubenslehre sozialisiert wurde.

Ob er dabei im Religionsunterricht auch mit den neuen Medien in Kontakt kam oder lediglich die Lehren der Inquisition und der Kreuzzüge beigebracht bekam, ist nicht bekannt.

Wohl aber dürfte trotz aller Kritik an Heveling seitens der Internetaktivisten zutage treten, dass die katholische Kirche ihrem Ruf einer in Bezug auf die modernen Gegebenheiten weltfremden Organisation wieder einmal gerecht wurde.

Heveling kann insofern lediglich als Produkt im Sinne eines Kreuzritters 2.0 dieser katholischen Lehre bezeichnet werden.

25.01.2012: Plenarrede zum TOP "Digitalisierung des kulturellen Erbes"


Grafik: Ansgar Heveling, MdB / CDU Bundestag (c) CduCsu.de

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5 Kommentare
  • Herr Heveling sollte schleunigst zurücktreten, um seinen ganz persönlichen Spiessrutenlauf zumindest noch etwas zu lindern. Dieser verehrte Herr Abgeordnete gehört wohl eher in die Steinzteit denn in das Web 3.0.

  • Und sowas von Mensch wählen wir in den Bundestag, oha. Die merkelsche Riege hat also wieder einmal ihre digitale „Kompetenz“ unter Beweis gestellt.
    Wie war das doch? Wo stinkt der Fisch zuerst?

  • … darüber nach, das dieser Jederman mit solcher InKompetenz darüber mit entscheiden soll, wie unser aller tägliches digitales Leben organisiert oder reglementiert wird!
    Mann wird den Verdacht nicht los, das die CDU absichtlich diesen Herrn in die Kommission gesendet hat, um es eben diesen Verbänden dann leicht zu machen.
    Ein weiteres Beispiel vieler Armutszeugnisse dieser Regierung.

  • Ja, da stöhnen Sie wieder auf, die ganzen Netzliberalisten und ihre kleingeistliche Angst vor der Offenlegung ihrer Troll-Identitäten. Fakt ist doch eher, dass das Intenret in seiner jetzigen Form ein nahezu rechtsfreier Raum ist – und dem gehört Einhalt geboten! Punkt. Nichts anderes meinte Heveling. Daraus einen Sturm der Entrüstung zu entfachen, biedert eher an wie das Verhalten von Kleinkindern, denen man droht ihren Schnuller wegzunehmen. Werdet endlich erwachsen und steht zu euren Taten mit „Roß und Reiter“, in welchem „Web“ auch immer !

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