30-Stunden-Woche: Offener Brief fordert Umdenken

Stephan Frey
Stephan Frey
3 min Lesezeit

Arbeitszeit mit 30-Stunden-Woche: Gehalt, Urlaubsanspruch und Teilzeit für junge Eltern diskutiert – Politiker, Gewerkschafter und Ökonomen haben einen offenen Brief aufgesetzt, indem sie die Einführung der 30-Stunden-Woche für Arbeitnehmer fordern.

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Das Besondere daran, die Stundenreduzierung soll bei vollem Lohnausgleich erfolgen.

Stressreport stützt Sichtweise der Unterzeichner

Unterstützung erhalten die Unterzeichner des offenen Briefes durch Umfragen, die belegen, dass 43 Prozent der Beschäftigten das Gefühl haben, dass die Arbeitsbelastung innerhalb der vergangenen zwei Jahre zugenommen hat. Dies belegt der aktuell aufgelegte „Stressreport“.

Die 100 Unterzeichner des offenen Briefes stellen sich zudem hinter die Forderung, dass die Arbeit fairer verteilt werden müsse.

Sie führen als Argument an, dass diejenigen, die Arbeit hätten, sich durch diese überlastet fühlen würden, während zahlreiche geringfügig oder überhaupt nicht Beschäftigte sich nach einer Vollzeitstelle sehnen würden.

Zunehmend flexiblere Arbeitszeiten in Unternehmen

Die Unterzeichner des offenen Briefes sind der Ansicht, dass eine allseits durchgeführte Arbeitszeit-Verkürzung die Stressbelastung um ein Vielfaches reduzieren könnte.

Immer mehr mittelständische Unternehmen aber auch zunehmend Großunternehmen öffnen sich einer flexiblen Arbeitszeit. Daneben arbeiten auch zunehmend mehr Menschen vom Home Office aus.

30-Stunden-Woche in Form von prekären Beschäftigungsverhältnissen schon heute Realität

Die neuen flexiblen Arbeitszeiten und die Arbeit von zuhause aus bringt jedoch auch Herausforderungen mit sich. So müssten Arbeitnehmer zunehmend lernen Disziplin und Eigenverantwortung zu übernehmen.

Sahra Wagenknecht von der Linkspartei sieht bereits heute die 30-Stunden-Woche verwirklicht. Dies sei jedoch nicht in einem regulären Arbeitsverhältnis der Fall, sondern im Zuge der zunehmenden Anzahl von Minijobs und Teilzeitarbeitsverhältnissen sowie weiteren prekären Beschäftigungsformen.

Letztlich gehe es also nicht um eine faktische Reduzierung der Arbeitszeit an sich, sondern um eine gerechtere Verteilung der Löhne, so Wagenknecht.

Arbeitgeberverbände weisen Forderung zurück

Während die Unterzeichner des Briefes die Idee eines fairen Lohnausgleiches referieren, weist die Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeber die Forderung nach der 30-Stunden-Woche postwendend zurück.

Die Arbeitgeber argumentieren mit höheren Lohnstückkosten sowie dem bereits jetzt bestehenden Fachkräftemangel.

Durch eine weitere Reduzierung der Arbeitszeiten würde sich die Erwerbssituation der deutschen Wirtschaft massiv verschlechtern, so die Arbeitgeberverbände.

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Bsp. Grafik: Arbeitszeit / 30-Stunden-Woche (c) cc/maiak.info

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