Erster Mai: Demos nach Gewerkschaftsmanier und im Autonomen-Style

Stephan Frey
Stephan Frey
4 min Lesezeit

Erster Mai 2014: Demos nach Gewerkschaftsmanier und im Autonomen-Style, Tag der Arbeit 2014 in Berlin und Hamburg im Visier – Der 1. Mai besitzt in vielerlei Hinsicht eine lange Tradition.

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Einerseits und in erster Linie als Tag der Arbeit von Gewerkschaften gefeiert und stimmgewaltig in Form von Demonstrationen auf die Straße gebracht, andererseits spätestens seit 1987 auch mit der traurigen Tradition von gewaltsamen linken Demonstranten in Berlin Kreuzberg und im Hamburger Schanzenviertel.

Grüne lehnen Gewalt ab und vergessen dabei die eigene Geschichte

Auch wenn es Gewaltausbrüche wie 1987 in dem Maße nicht mehr gegeben hat, rufen die die Autonomen auch zum 1. Mai 2014 zur revolutionären 1. Mai-Demonstration auf. Die Veranstalter der Demonstration in Berlin Kreuzberg rechnen indes nicht mit einem friedlich verlaufenden Demonstrationsabend.

In der Vergangenheit gab es insbesondere zerstörte Scheiben von Banken und zahlreiche Sachbeschädigungen. Die Veranstalter der linken Demos in Berlin-Kreuzberg, aber auch im Hamburger Schanzenviertel, dass durch die Rote Flora seit Jahren zum Ausgangspunkt zahlreicher Auseinandersetzungen zwischen Hamburger Senat und Autonomen geworden ist, rechnet auch dieses Jahr mit Eskalationen zwischen linken Demonstranten und der Polizei.

Derweil riefen die Grünen sämtliche Demonstranten zu einer gewaltfreien Demonstration auf. Die Berliner Fraktionsvorsitzende Ramona Pop sagte in Bezug auf die autonomen Demonstrationen “Gewalt und Ausschreitungen haben in unserer weltoffenen, bunten Metropole kein Platz.“

In diesem Zusammenhang vergisst die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus jedoch die eigene Geschichte der Grünen.

Nicht zuletzt waren die ersten Mitglieder der Grünen zum Teil ebenfalls gewaltsam gegen die Staatsmacht bei Demonstrationen (insbesondere gegen den NATO-Doppelbeschluss) und gegen die Atomkraft vorgegangen. Letztlich hat die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus in der Sache aber recht. Gewalt ist abzulehnen!

Polizei hat aus eigenen Fehlern gelernt: Deeskalation ist das Motto 2014

Allerdings darf die Gewalt auch nichts seitens der Staatsmacht in Form der Polizei provoziert werden.

So sehr man den linken Demonstranten auch den Vorwurf der Sachbeschädigung und zum Teil der Körperverletzung machen muss, so sehr ist es jedoch auch bewiesen, dass so manche Eskalation bei einer 1. Mai-Demo zumindest hinsichtlich der Initialzündung von der Polizei ausging.

Dass letztlich aber auch die Polizei aus derartigen Vorfällen gelernt hat, zeigen die letzten Jahre. Insofern darf diesem Jahr gehofft werden, dass die Demonstrationen friedlich verlaufen und die Polizei das in zahlreichen Fortbildungen erlernte Deeskalationstraining auch gegenüber provozierenden Demonstranten anwendet.

Gewerkschaftsbosse und ihr Verständnis von den einfachen Arbeitern: Champagner und Limousine

Letztlich darf jedoch nicht vergessen werden, dass nur ein kleiner Teil der linken Demonstranten aber wirklich auch gewaltbereit ist. Der Großteil ist indes friedlich und will lediglich durch die 1. Mai-Demonstrationen politische Anliegen auf die Straße tragen.

Und was betrifft die regulären 1. Mai Demonstration der Gewerkschaft? Diese laufen wie jedes Jahr ab, die Redner der Gewerkschaften fordern höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen, kritisieren hier und da und letztlich geben sie dem Volk was es verlangt “ Brot und Spiele!“.

Die Gewerkschaftsbosse indes verlassen in ihren Limousinen mit Fahrer die Veranstaltung und prosten sich mit Champagner zu: „Ein Hoch auf die Arbeiterschaft!“

Kommentar zum Thema: 1. Mai Demos: Weichgespülte Revolutionäre!

Bsp. Grafik: 1. Mai 2014 / Demos Tag der Arbeit (c) cc/Timm Steinborn Social Content

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